Digitalisierung und Visualisierung objektbezogener Sammlungsdaten - Humboldt Forum


Das Humboldt Forum soll sich - so der im Koalitionsvertrag der Bundesregierungfür die 19. Legislaturperiode formulierte Auftrag - als Kulturinstitution „weit über die Museums- und Ausstellungsarbeit hinaus zu einer internationalen Dialogplattform für globale kulturelle Ideen“ entwickeln. In diesem Zusammenhang muss sich das Humboldt Forum — und mit ihm die beteiligten Akteursinstitutionen Ethnologisches Museum (EM), Museum für Asiatische Kunst (AKU) der Staatlichen Museenzu Berlin (SMB), die Stiftung Stadtmuseum Berlin (SSB) und die Humboldt-Universität zu Berlin (HU) - als Informationseinrichtung international etablieren.
Das Humboldt Forum wird sich der Auseinandersetzung mit dem kulturellen Erbe und den damit einhergehenden Fragen nach Provenienz, Objektbiografie und Unrechtskontexten stellen. Der offene Umgang mit unterschiedlich aufgearbeiteten Wissensständen von Objektdaten und Sammlungskontexten bildet hierfür die notwendige Grundlage. Zweck der gemeinnützigen Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss (SHF) als Betreiberin und Eigentümerin des Humboldt Forumsist es, Bildung, Kunst und Kultur von internationaler Gesinnung und Toleranz zu fördern, sowie den Akteursinstitutionen des Humboldt Forums eigen- und kollektivverantwortete Ausstellungspräsentationen zu ermöglichen.
Im Rahmen dieses Auftrags versteht sie es als ihre Aufgabe, die objektbezogenen Sammlungsdaten der im Humboldt Forum ausgestellten Objekte in einer Datenbank für die Öffentlichkeit verfügbar zu machen.

Den Sammlungsbeständen aller Akteursinstitutionen des Humboldt Forums soll eine gemeinsamedigitale Plattform geboten werden. Die Gesamtverantwortungfür die digitale Einpflegung der Daten trägt die SHF finanziell und organisatorisch. Sie wird das Konzept für diese Maßnahme aufsetzen und die Durchführungleiten, sowie die technologische Basis für die Datenablageschaffen, in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit den Akteursinstitutionen. An der geplanten "Maßnahmezur Digitalisierung und Visualisierung von objektbezogenen Sammlungsdaten im Humboldt Forum"sind alle Akteursinstitutionen des Humboldt Forums beteiligt: die SMB mit
EM und AKU, Berlin mit der HU und der SSB, sowie die SHF, mit den sammlungsrelevanten Bereichen
„Geschichte des Ortes“ und „Kunst am Bau“.
Die Maßnahme zur Erfassung und Digitalisierung der Objektbestände setztals Pilotprojekt für das zukünftige Zusammenarbeiten aller AkteurspartneriInnen unter der Dachmarke „Humboldt Forum“ ein
zukunftsweisendes Signal. Sie basiert auf notwendigen Bild- und Datenüberlassungsvereinbarungen
der Akteure mit der SHF, wie beispielsweise der Dialektaufnahmen aus dem Lautarchiv, die für ein
gemeinsames Auftreten der Akteursinstitutionen und ihrer Ausstellungen im Humboldt Forum Voraussetzung sind. Grundlegende Bedingunghierfür ist, dass sich die Akteursinstitutionen bereiterklären,
der SHF die Rechte zur Nutzungder Digitalisate zu erteilen.
Zusammen mit den beteiligten Akteursinstitutionen möchte das Humboldt Forum in Bezugauf die präsentierten Sammlungen eine Wissenstransparenz schaffen, mithilfe eines digital verfügbaren Archivs.
Zum einen sollen sich Besucherinnen und Besucher überdie Ausstellungsstücke informieren und ihren
Besuch des Humboldt Forums vorab planen können. Zum anderen soll auch all denjenigen, die das
Humboldt Forum nicht besuchen können,die Möglichkeit geboten werden, die Objekte zu betrachten,
mehr über sie zu erfahren,sie zu erforschen und wenn möglich Wissenslücken zu füllen. Dies ist unter
anderem wichtig im Zusammenhangmit aktuellen Diskussionen um Kolonialismus und Rückgabeforderungenaus aller Welt. Herkunftsgesellschaften sollen aktiv beteiligt werden an der Wissensproduktion, an der Wissensspeicherungundan derdigitalen Präsentation der Sammlungsbestände.

Dank der Medienbreite an Sammlungsgegenständen,die im Humboldt Forum einer Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, ermöglicht die Maßnahme zur Erfassung und Digitalisierung nicht allein eine vollumfängliche Bestandserfassung und Online-Publikation, sondern auch eine weltweite Vernetzung und Möglichkeit der Inanspruchnahme von Wissen. Sammlungenrealer, physisch erlebbarer Objekte sind genauso miteingeschlossen, wie Tonträger und Objekteeiner digitalen Medienkultur.

Sprecher/in
Schäffner, Wolfgang Prof. Dr. phil. (Details) (Zentralinstitut Hermann von Helmholtz-Zentrum für Kulturtechnik)

Beteiligte Organisationseinheiten der HU

Laufzeit
Projektstart: 11/2020
Projektende: 10/2022

Forschungsbereiche
Geistes- und Sozialwissenschaften

Forschungsfelder
Kulturwissenschaft

Zuletzt aktualisiert 2021-04-01 um 17:54