CrimScapes: Zum Navigieren von Staatsbürgerschaft durch gefügte Politiken der Kriminalisierung in Europa


Das Projekt CrimScapes untersucht die wachsende Bedeutung von Politiken der Kriminalisierung auf Prozesse demokratischer Partizipation. Die Ausgangsthese ist, dass der zunehmende Einsatz von Strafrecht, von Maßnahmen zur Verbrechensbekämpfung sowie von Imaginationen von (Il-)Legalität sowohl als Reaktion auf als auch als Produzent von Politiken der Bedrohung und Unsicherheit zu verstehen ist, die quer durch europäische Regionen zu beobachten sind. Mit Blick auf die inhärente Spannung zwischen demokratischen Prozessen und gesetzlichen Regulierungen, fragt CrimScapes danach, welche Effekte das gegenwärtige Berufen auf Technologien und Institutionen der Kriminalisierung auf den partizipativen Charakter demokratischer Gesellschaften zeitigt und in welcher Weise es sowohl als Symptom wie auch als Ursache für das allgemeine Gefühl von Turbulenz zu verstehen ist, das einen Großteil des aktuellen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Lebens beherrscht. Fallstudien zu Drogenkonsum, Migration, Sexarbeit, Leihmutterschaft, Gefängniskontexten, LGBT-Identitäten und Hate Speech dienen dazu, Hintergründe, Motivationen, Herausforderungen wie auch Implikationen der Politiken der Kriminalisierung herauszuarbeiten und nach deren Auswirkungen auf Akteur*innen und deren Alltagspraktiken zu fragen. Das CrimScapes-Team wertet Sekundärliteratur, Archivmaterialien sowie Interviews mit unterschiedlich von Politiken der Kriminialisierung Betroffenen aus, um Entstehungszusammenhänge und Kontexte der einzelnen „Landschaften der Kriminalisierung“ („crimscapes“) sowie deren Beziehungen zueinander zu kartieren und für verschiedene Öffentlichkeiten in Form von CrimeLines (genealogische Zeitachsen) aufzubereiten. Auf der Basis ethnographischer Forschung werden sodann Strategien, Praktiken und Artikulationen von Staatsbürgerschaft aufgezeigt: Es wird in wissenschaftlichen Publikationen und mit EthnoGraphic Novels dargelegt, wie die jeweils betroffenen Akteur*innen zwischen Regulierungen und Maßnahmen der Verbrechensbekämpfung und Möglichkeiten demokratischer Partizipation navigieren. Die Dokumentation der Dilemmata, die Politiken der Kriminalisierung durchziehen, soll schließlich Diskussionen mit politischen Entscheidungsträgern und anderen Interessenvertreter*innen ermöglichen, um Lebenswirklichkeiten und Rechtsansprüche für alle Beteiligten zu verbessern und Ideen zur Gestaltung einer für alle wünschenswerten Zukunft zu entwickeln.
Das Projekt CrimScapes untersucht die wachsende Bedeutung von Politiken der Kriminalisierung auf Prozesse demokratischer Partizipation. Die Ausgangsthese ist, dass der zunehmende Einsatz von Strafrecht, von Maßnahmen zur Verbrechensbekämpfung sowie von Imaginationen von (Il-)Legalität sowohl als Reaktion auf als auch als Produzent von Politiken der Bedrohung und Unsicherheit zu verstehen ist, die quer durch europäische Regionen zu beobachten sind. Mit Blick auf die inhärente Spannung zwischen demokratischen Prozessen und gesetzlichen Regulierungen, fragt CrimScapes danach, welche Effekte das gegenwärtige Berufen auf Technologien und Institutionen der Kriminalisierung auf den partizipativen Charakter demokratischer Gesellschaften zeitigt und in welcher Weise es sowohl als Symptom wie auch als Ursache für das allgemeine Gefühl von Turbulenz zu verstehen ist, das einen Großteil des aktuellen wirtschaftlichen, sozialen und politischen Lebens beherrscht. Fallstudien zu Drogenkonsum, Migration, Sexarbeit, Leihmutterschaft, Gefängniskontexten, LGBT-Identitäten und Hate Speech dienen dazu, Hintergründe, Motivationen, Herausforderungen wie auch Implikationen der Politiken der Kriminalisierung herauszuarbeiten und nach deren Auswirkungen auf Akteur*innen und deren Alltagspraktiken zu fragen. Das CrimScapes-Team wertet Sekundärliteratur, Archivmaterialien sowie Interviews mit unterschiedlich von Politiken der Kriminialisierung Betroffenen aus, um Entstehungszusammenhänge und Kontexte der einzelnen „Landschaften der Kriminalisierung“ („crimscapes“) sowie deren Beziehungen zueinander zu kartieren und für verschiedene Öffentlichkeiten in Form von CrimeLines (genealogische Zeitachsen) aufzubereiten. Auf der Basis ethnographischer Forschung werden sodann Strategien, Praktiken und Artikulationen von Staatsbürgerschaft aufgezeigt: Es wird in wissenschaftlichen Publikationen und mit EthnoGraphic Novels dargelegt, wie die jeweils betroffenen Akteur*innen zwischen Regulierungen und Maßnahmen der Verbrechensbekämpfung und Möglichkeiten demokratischer Partizipation navigieren. Die Dokumentation der Dilemmata, die Politiken der Kriminalisierung durchziehen, soll schließlich Diskussionen mit politischen Entscheidungsträgern und anderen Interessenvertreter*innen ermöglichen, um Lebenswirklichkeiten und Rechtsansprüche für alle Beteiligten zu verbessern und Ideen zur Gestaltung einer für alle wünschenswerten Zukunft zu entwickeln.


Projektleitung
Binder, Beate Prof. Dr. (Details) (Geschlechterstudien und Europäische Ethnologie)
Darley, Mathilde PhD (Centre national de la recherche scientifique)
Sariola, Salla Dr. (Helsingin Yliopisto)

Laufzeit
Projektstart: 11/2020
Projektende: 10/2023

Forschungsbereiche
Empirische Sozialforschung, Ethnologie und Europäische Ethnologie, Kriminologie, Sozial- und Kulturanthropologie, Außereuropäische Kulturen, Judaistik und Religionswissenschaft, Sozialwissenschaften

Forschungsfelder
Demokratie, Europäische Ethnologie, Gender Studies; Geschlechterforschung, Rechtsanthropologie, Rechtssoziologie

Zuletzt aktualisiert 2022-03-03 um 14:23