FOR 2569: Agricultural Land Markets – Efficiency and Regulation


Die Preise für landwirtschaftliche Flächen sind weltweit in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen. Dieser Anstieg wird neben vielen anderen Faktoren auf eine wachsende Nachfrage durch nichtlandwirtschaftliche Investoren zurückgeführt. Vor diesem Hintergrund findet in vielen Ländern der Europäischen Union eine politische Debatte darüber statt, ob bestehende Regulierungen landwirtschaftlicher Bodenmärkte ausreichend sind oder ob sie zum Schutz einer nachhaltigen Landwirtschaft verschärft werden sollen. In diesem Zusammenhang stellen sich eine Reihe wissenschaftlicher Fragen, die im Rahmen der Forschergruppe FORLand beantwortet werden sollen. Zum einen geht es darum, die Funktionsweise und die Effizienz landwirtschaftlicher Bodenmärkte zu verstehen, zu bewerten und darauf aufbauend den Bedarf an staatlichen Eingriffen in diese Märkte abzuleiten. Zum anderen sollen existierende und vorgeschlagene Instrumente zur Bodenmarktregulierung einer Wirkungsanalyse und einer Bewertung unterzogen werden. Dabei sind nicht nur unmittelbare Auswirkungen, wie Preise und deren zeitlich-räumliche Entwicklung, sondern auch indirekte Auswirkungen, insbesondere umweltrelevante Aspekte, zu berücksichtigen. Eine Wirkungsanalyse muss zudem eine Vielzahl externer Einflussfaktoren einbeziehen, wie zum Beispiel technologische Fortschritte oder Flächenentzug durch alternative Landnutzung. Konkrete Forschungsfragen lauten: Wie lassen sich ökonomische Konzepte zur Beurteilung von Markteffizienz auf landwirtschaftliche Bodenmärkte übertragen und anpassen? In welchem Verhältnis stehen Kauf- und Pachtmärkte zueinander? Gibt es Unterschiede zwischen Eigentümern und Pächtern in Bezug auf die Nutzungsintensität und die Nachhaltigkeit der Landbewirtschaftung? Welchen preistreibenden Einfluss haben nichtlandwirtschaftliche Investoren? In welchem Zusammenhang stehen Bodenmärkte und Agrarstrukturwandel? Welchen moralischen Prinzipien sollten die Ergebnisse von Bodenmärkten genügen? Die Diversität der Forschungsfragen erfordert einen multidisziplinären Ansatz, der neben Agrarökonomie, Ökonomie, Ökonometrie auch Soziologie, Geografie und Ethik einschließt. Die Verknüpfung empirischer und theoretischer Analysen, die Anwendung innovativer ökonometrischer Verfahren, die Nutzung einer breiten empirischen Datenbasis, die Kombination qualitativer und quantitativer Ansätze sowie die Ergänzung ökonomischer Modelle durch soziologische und ethische Konzepte tragen zu einem umfassenden Verständnis der komplexen Zusammenhänge auf landwirtschaftlichen Bodenmärkten bei.


Projektleitung
Odening, Martin Prof. Dr. agr. habil. (Details) (Allgemeine Betriebslehre des Landbaus)

Laufzeit
Projektstart: 08/2020
Projektende: 07/2023

Forschungsbereiche
Agrar-, Forstwissenschaften und Tiermedizin, Agrarökonomie, Agrarpolitik, Agrarsoziologie, Lebenswissenschaften

Zuletzt aktualisiert 2021-07-07 um 14:03