Die Performanz der Wappen 2: Zur Ausdifferenzierung der heraldischen Kommunikation im hohen und späten Mittelalter (12.-15. Jahrhundert)


In der ersten Förderphase wurde untersucht, wie Wappen und die heraldische Kommunikation im Mittelalter funktionierten und welche Schlussfolgerungen sich daraus für deren Analyse ergeben. Im Anschlussprojekt sollen diese Erkenntnisse nun in konkrete Methoden überführt und an einer zentralen Fragestellung für die Forschung anwendbar gemacht werden. Dafür wird die bisherige Kombination hilfswissenschaftlicher Quellen mit kulturhistorischen Fragestellungen um Methoden und Techniken der Digital Humanities erweitert.
Ausgangspunkt des Anschlussprojektes ist die Feststellung, dass die Wappen während des hohen und späten Mittelalters verschiedene Innovationsschübe erfuhren, die zu einer erheblichen Ausdifferenzierung ihres Kommunikationspotentials führten. Diese Prozesse, so ist an-zunehmen, vollzogen sich dabei als Reaktion auf sich verändernde kulturelle und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Ihre nähere Untersuchung und konkrete historische Einordnung können damit neue Perspektiven auf die Kultur und Gesellschaft des spätmittelalterlichen Europas erschließen wie auch auf die Geschichte der visuellen Kommunikation an sich. Denn anhand der Wappen lässt sich zeigen, dass die sich seit dem 12. Jahrhundert stark ausbreitende Schriftlichkeit die visuelle Kommunikation nicht etwa verdrängte, sondern dass beide einem ganz vergleichbaren Prozess der Ausdifferenzierung durchliefen.
Einer umfangreichen Untersuchung der formalen und materiellen Differenzierung der heraldischen Kommunikation in Hoch- und Spätmittelalter stand bislang die hohe Komplexität der Wappen und ihre umfangreiche und heterogene Überlieferung entgegen. Diesen Herausforderungen soll im Projekt mit der Anwendung digitaler Verfahren begegnet werden, die es ermöglichen, große und komplexe Datenbestände in methodisch nachvollziehbarer Weise zu strukturieren und zu analysieren. Dabei soll insbesondere auf Techniken des Semantic Web zurückgegriffen werden, die im Rahmen des Projektes weiterentwickelt und auf die bereits digital vorliegenden Datenbestände der Datenbank „Ordinary of Medieval Armorials“ angewendet werden.
Nachdem in der ersten Förderphase also eine umfassende Neubewertung der mittelalterlichen Wappen unternommen wurde, soll das Anschlussprojekt die Grundlagen für die nachhaltige Implementierung dieser Projektergebnisse in die historische und hilfswissenschaftliche Forschung legen. Indem Methoden der Digital Humanities für die Analyse heraldischer Quellen fortentwickelt werden, leistet das Projekt zugleich einen wesentlichen Beitrag zur digitalen Neuausrichtung der Historischen Hilfswissenschaften.

In der ersten Förderphase wurde untersucht, wie Wappen und die heraldische Kommunikation im Mittelalter funktionierten und welche Schlussfolgerungen sich daraus für deren Analyse ergeben. Im Anschlussprojekt sollen diese Erkenntnisse nun in konkrete Methoden überführt und an einer zentralen Fragestellung für die Forschung anwendbar gemacht werden. Dafür wird die bisherige Kombination hilfswissenschaftlicher Quellen mit kulturhistorischen Fragestellungen um Methoden und Techniken der Digital Humanities erweitert.
Ausgangspunkt des Anschlussprojektes ist die Feststellung, dass die Wappen während des hohen und späten Mittelalters verschiedene Innovationsschübe erfuhren, die zu einer erheblichen Ausdifferenzierung ihres Kommunikationspotentials führten. Diese Prozesse, so ist an-zunehmen, vollzogen sich dabei als Reaktion auf sich verändernde kulturelle und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Ihre nähere Untersuchung und konkrete historische Einordnung können damit neue Perspektiven auf die Kultur und Gesellschaft des spätmittelalterlichen Europas erschließen wie auch auf die Geschichte der visuellen Kommunikation an sich. Denn anhand der Wappen lässt sich zeigen, dass die sich seit dem 12. Jahrhundert stark ausbreitende Schriftlichkeit die visuelle Kommunikation nicht etwa verdrängte, sondern dass beide einem ganz vergleichbaren Prozess der Ausdifferenzierung durchliefen.
Einer umfangreichen Untersuchung der formalen und materiellen Differenzierung der heraldischen Kommunikation in Hoch- und Spätmittelalter stand bislang die hohe Komplexität der Wappen und ihre umfangreiche und heterogene Überlieferung entgegen. Diesen Herausforderungen soll im Projekt mit der Anwendung digitaler Verfahren begegnet werden, die es ermöglichen, große und komplexe Datenbestände in methodisch nachvollziehbarer Weise zu strukturieren und zu analysieren. Dabei soll insbesondere auf Techniken des Semantic Web zurückgegriffen werden, die im Rahmen des Projektes weiterentwickelt und auf die bereits digital vorliegenden Datenbestände der Datenbank „Ordinary of Medieval Armorials“ angewendet werden.
Nachdem in der ersten Förderphase also eine umfassende Neubewertung der mittelalterlichen Wappen unternommen wurde, soll das Anschlussprojekt die Grundlagen für die nachhaltige Implementierung dieser Projektergebnisse in die historische und hilfswissenschaftliche Forschung legen. Indem Methoden der Digital Humanities für die Analyse heraldischer Quellen fortentwickelt werden, leistet das Projekt zugleich einen wesentlichen Beitrag zur digitalen Neuausrichtung der Historischen Hilfswissenschaften.

Projektleitung
Hiltmann, Torsten Prof. Dr. (Details) (Digital History)

Beteiligte Organisationseinheiten der HU
Digital History (OKZ: 512046)

Laufzeit
Projektstart: 03/2020
Projektende: 02/2023

Forschungsbereiche
Mittelalterliche Geschichte

Forschungsfelder
Digitale Geschichtswissenschaften

Zuletzt aktualisiert 2022-11-04 um 17:35