FOR 2936: Klimawandel und Gesundheit in Afrika südlich der Sahara (TP 09)


Allgemeine Gleichgewichtsmodelle (CGEs) sind eine Methode, um gesamtwirtschaftliche Effekte von exogenen Schocks wie etwa Klimawandel, Politik-, oder Weltmarktpreisänderungen auf Volkswirtschaften zu untersuchen. Klimawandel kann die menschliche Gesundheit auf verschiedenen Wegen beeinflussen: Typische Wirkungspfade in Sub-Sahara Afrika sind verringerte Erträge in der Landwirtschaft, Hitzestress und Änderungen in der Malariaprävalenz. Diese biophysikalischen und Gesundheitseffekte haben wiederum Auswirkungen auf ökonomische Systeme, z. B. über Nahrungsmittelmärkte oder Änderungen des Umfangs der Erwerbsbevölkerung oder der Arbeitsproduktivität. Bisherige CGE-Analysen untersuchen die ökonomische Auswirkungen des Klimawandels entlang dieser Wirkungspfade bisher nicht in einem Rahmen integriert. Eine integrierte Betrachtung wäre aber wichtig, da Anpassungsstrategien typischerweise private und öffentliche Kosten verursachen und einer komparativen Kosten-Nutzenanalyse unterworfen werden sollten. Das übergeordnete Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung eines CGE-Rahmens, um verschiedene, simultan auftretende Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit und damit die Volkswirtschaft sowie entsprechende Anpassungsstrategien zu untersuchen. Der Analyserahmen wird generisch, allerdings in seiner Ausgestaltung insbesondere auf Kenia und Burkina Faso zugeschnitten sein. Diese Länder weisen in Bezug auf ihre biophysikalischen und sozioökonomischen Eigenschaften viele Unterschiede auf und sind insofern gut geeignet, die generische Qualität des Analyserahmens zu überprüfen. Aus dem übergeordneten Ziel werden folgende Teilziele abgeleitet: 1) Die Überarbeitung der bestehenden 2014-SAM für Kenia und ihre Erweiterung um Haushalts-, Faktor- und Satellitenkonten, 2) die Sichtung der bestehenden 2008-SAM für Burkina Faso sowie ihre Neuerstellung inklusive Satellitenkonten, 3) die Entwicklung eines komparativ-statischen Einzelland-CGE-Rahmens und seine Anwendung auf Kenia und Burkina Faso, 4) die Analyse der volkswirtschaftlichen Effekte des Klimawandels über verschiedene Wirkungspfade sowie deren Interaktion, 5) die Analyse der Effektivität und Effizienz ausgewählter Anpassungsstrategien und 6) die Konzeptualisierung einer rekursiv-dynamischen Modellspezifikation für die Analyse der Zeitpfade der Auswirkungen des Klimawandels und der Anpassungsstrategien.Das Arbeitsprogramm umfasst vier Projektphasen: 1) Literaturanalyse und Datenbankentwicklung, 2) Modellentwicklung, 3) Szenarienanalyse eines business-as-usual Szenarios sowie darauf aufgesattelter Klimawandelszenarien, die die Effekte verringerter pflanzlicher Erträge wie auch von Hitzestress und veränderter Malariaprävalenz durch einen Rückgang der Erwerbsbevölkerung (Mortalität) und eine geringere Arbeitsproduktivität (Morbidität) sowie verschiedene Anpassungsstrategien abbilden, 4) Diskussion und Integration der Ergebnisse und Konzeptualisierung zukünftiger Modellentwicklungen.


Projektleitung
Grethe, Harald Prof. Dr. (Details) (Internationaler Agrarhandel und Entwicklung)

Beteiligte Organisationseinheiten der HU

Laufzeit
Projektstart: 03/2020
Projektende: 02/2023

Forschungsbereiche
Agrar-, Forstwissenschaften und Tiermedizin, Agrarökonomie, Agrarpolitik, Agrarsoziologie, Lebenswissenschaften, Medizin, Sozialwissenschaften

Forschungsfelder
Agrarhandel, Agrarökonomie und -soziologie, Agrarpolitik, Agrarumweltpolitik, Agrarwissenschaften

Zuletzt aktualisiert 2021-30-06 um 16:15