Zwischen den Kulturen - Franz Boas und der transatlantische Wissenstransfer in der Anthropologie, 1885-1925


Gegenstand des Projektes ist der Wissenstransfer in der Anthropologie zwischen Deutschland und den USA von 1885 bis 1925. An der Schnittstelle zwischen Wissenschaftsgeschichte und Kulturtransferforschung wird der Anthropologe Franz Boas (1858 - 1942) als Mittlerpersönlichkeit zwischen der deutschen und der amerikanischen Anthropologie untersucht. Anhand exemplarischer Fallstudien zu zentralen Debatten und Institutionen soll die Entstehung der boasianischen Kulturanthropologie als Folge dieses transatlantischen Wissenstransfers analysiert werden.


Es soll gezeigt werden, wie Franz Boas, gegen den Widerstand der amerikanischen scientific community, als Grenzgänger zwischen deutscher und amerikanischer Wissenschaftskultur sowie zwischen Geistes- und Naturwissenschaft die Kulturanthropologie begründete und an den Universitäten der USA etablierte. Da Boas auch seine wissenschaftlichen Beziehungen zu Deutschland intensiv pflegte, soll zudem herausgearbeitet werden, wie Boas durch die kritische Auseinandersetzung mit der Rassenanthropologie auf die deutsche Anthropologie zurückwirkte. Die Untersuchung geht also nicht einfach von einer Ausgangs- und einer Zielkultur im Wissenstransfer aus, vielmehr will sie die Verflechtungen zwischen den Wissenschaftskulturen und die Folgen für die Herausbildung der Kulturanthropologie beispielhaft herausarbeiten.


Projektleitung
Hardtwig, Wolfgang Prof. Dr. phil. (Details) (Neuere Geschichte)

Laufzeit
Projektstart: 01/2009
Projektende: 10/2013

Forschungsfelder
Anthropologie, Franz Boas, Wissenstransfer

Zuletzt aktualisiert 2020-09-03 um 17:14