Rekonstruktion westafrikanischer Regenwaldrefugien mit Hilfe Laubstreu bewohnender Anuren - ein phylogeographischer Ansatz


Die potentiellen Glazialrefugien afrikanischer Regenwälder wurden bisher mit bekannten
Endemiezentren gleichgesetzt, wobei ihre genaue Lage und Form nicht definiert werden
konnte. Aufgrund der Ergebnisse neuerer Studien ist dieser Ansatz umstritten. Dem gegenüber
ist vor dem Hintergrund oszillierender Klimaschwankungen, die sich auch in Zukunft
fortsetzen werden, ein erneuter Rückzug der Regenwälder und der sie zu beherbergenden
Arten zu erwarten. Angesichts drastischer Abholzungen in den afrikanischen Ländern ist
daher eine optimierte Prioritätensetzung beim Regenwaldschutz dringend notwendig.
Im Rahmen des Projekts möchten wir die westafrikanischen Regenwaldrefugien
detektieren und ihre Persistenz über einen längeren Zeitraum der Erdgeschichte prüfen.
Hierzu vergleichen wir die phylogeographischen Muster von waldabhängigen Froscharten
der Gattungen Arthroleptis und Phrynobatrachus (Detektion junger Refugien) mit den phylogenetischen Mustern der Arten innerhalb beider Gattungen (Detektion alter Refugien). In
beiden Gattungen finden sich Arten geeigneter Verbreitungsmuster. Wir untersuchen typische
Arten der relevanten Waldgebiete Westafrikas. Es werden zwei mitochondriale (16S,
Cyt b) und ein nukleärer (rag1) Genbereich verglichen.

Projektleitung
Rödel, Mark-Oliver Dr. (Details) (Vertebraten)

Laufzeit
Projektstart: 06/2008
Projektende: 07/2009

Zuletzt aktualisiert 2020-09-03 um 17:13