Internationale Tagung: Prostitution - Tauschhandel zwischen Körper und Zeichen (Event)


Prostitutionsforschung war bis in die 1980er Jahre vornehmlich Devianzforschung. Durch die feministischen Diskussionen der 70er Jahre, in denen Prostituierte zumeist als Opfer gesellschaftlicher Verhältnisse dargestellt wurden, sowie durch die gleichzeitig stattfindende sexuelle Liberalisierung hat sich jedoch ein Perspektivwechsel in der Forschung ergeben.



Während es vorher darum ging, Devianzen zu untersuchen - etwa indem der Körper der Prostituierten vermessen wurde, um auf diese Weise die Ursache für die Wahl der Erwerbsquelle herauszufinden, oder Freier nur pathologisierend betrachtet werden konnten - gilt es heute, die vielfältigen Wissensformationen über Sexualität und ihre Verwobenheit mit ihrer kommerziellen Ausprägung, der Prostitution, zu ergründen. Auch der Streit, ob kommerzielle Sexualität nun 'gut' oder 'schlecht' sei, ist in den Hintergrund getreten. Vielmehr konzentriert sich die Forschung darauf, Prostitution als gesellschaftliches Phänomen zu begreifen. Dadurch wird das bestehende Wissen über Geschlecht zum einen praktiziert und zum anderen wird Wissen hergestellt, dass dann wiederum in andere gesellschaftliche Bereiche zurückfließt. Prostitution wird so zum integralen Bestandteil der gesellschaftlichen Produktion und Aneignung von Wissen über Geschlecht und Sexualität.



Die Tagung ist dem Austausch und der Präsentation aktueller Forschungsarbeiten aus unterschiedlichen Disziplinen und verschiedenen europäischen Ländern gewidmet: der Kulturwissenschaft, Soziologie, Politologie, Kunstgeschichte, den Geschichtswissenschaften, der Germanistik und den Gender Studien.


Principal Investigators
Braun, Christina von Prof. i.R. Dr. habil. (Details) (Cultural Theory Specializing in Gender Issues and History)

Duration of Project
Start date: 03/2005
End date: 03/2006

Last updated on 2020-09-03 at 23:14