Wissenstransfer zwischen Bevölkerungstheorie, politisch-administrativer Bevölkerungspraxis und gesellschaftlicher Öffentlichkeit in Deutschland und Frankreich von 1870 bis 1930 II


Das Projekt verfolgt das Ziel, kulturell-nationale Eigenheiten der deutschen Bevölkerungslehre ebenso herauszustellen wie deren internationale Anschlussfähigkeit. Zu diesem Zweck führt das Forschungsvorhaben Methoden der Kulturtransfer- und Nationalismusforschung zusammen und zeigt, wie sich das Wissen über die Bevölkerung in Austauschbeziehungen mit Frankreich konstituierte und wandelte, wobei die Orientierung an nationalen Selbst- und Fremdbildern eine wichtige Rolle spielte. Ausgangspunkt der Untersuchung sind drei Kernthemen, die sowohl in Deutschland als auch in Frankreich über mehrere politische Umbrüche hinweg, wenn auch in unterschiedlicher Intensität, eine wichtige Rolle spielten und zu kontroversen Diskussionen führten: Die Deutung und Behandlung von Überbevölkerung und Geburtenrückgang, eng damit verbunden die Erfassung und Beeinflussung von Fruchtbarkeits- und Sterblichkeitsentwicklungen sowie die Visionen von nationalen Räumen. Unter besonderer Berücksichtigung von nationalen und disziplinären Konkurrenzsituationen soll gezeigt werden, aus welchen Bereichen die Impulse zur Formulierung von Bevölkerungsfragen kamen, wer dabei im Diskurs die Deutungsmacht erlangte und wie sich damit politisch-administrative Handlungsspielräume eröffneten.


Projektleitung
Kaelble, Hartmut Prof. Dr. Dr. h.c. em. (Details) (Sozialgeschichte)

Laufzeit
Projektstart: 11/2005
Projektende: 10/2006

Zuletzt aktualisiert 2020-09-03 um 23:10