Rat und Räte der deutschen Könige von Rudolf von Habsburg bis Ludwig dem Bayern (1273-1347) II


Rat und Räte der ersten deutschen Könige in nachstaufischer Zeit sollen in dem Forschungsprojekt untersucht werden. Diese Personengruppe wird üblicherweise (aber eine noch nicht vorhandene Institutionalisierung suggerierend) mit dem Begriff "Hofrat" erfasst. Bisher sind Rat und Räte noch nicht systematisch, mehrere Regierungen übergreifend dargestellt worden - im Gegensatz zur französischen und englischen Mediävistik. Dies ist um so erstaunlicher, als es in der einschlägigen Forschung keinen Zweifel daran gibt, dass der spätmittelalterliche Hofrat " das einzige Zentrum von Regierung und Verwaltung des Reichsoberhauptes" (Moraw) darstellte, mit uneingeschränkter Kompetenz in außen- und innenpolitischen, rechtlichen und finanziellen Fragen. Grundfragen der deutschen Geschichte, nämlich die Struktur königlicher Herrschaft sowie Fragen der Kontinuität und Kohärenz, seien besonders eindrücklich am Beispiel des Hofrates zu studieren. Welche Räte mit welchen Aufgaben betraut wurden, wie sie diese Kompetenzen erwarben und welche Zuständigkeiten sie erhielten, wo der König also regierte und wie spätmittelalterliche Herrschaft überhaupt funktionierte, dies sind zentrale Fragen, die durch das Projekt beantwortet werden sollen. Da es vor ca. 1500 Jahren noch keine Institution "Hofrat" gab, kann die Bedeutung von Rat und Räten nur mit einem umfassend und systematisch angelegten personengeschichtlichen Ansatz erschlossen werden. Die Bearbeitung des Projektes würde ein hohes Desiderat der deutschen Mittelalterforschung in avancierter Methodik erfüllen.


Projektleitung
Helmrath, Johannes Prof. Dr. (Details) (Europäische Geschichte des Mittelalters Schwerpunkt Spätmittelalter)

Mittelgeber
DFG: Sachbeihilfe

Laufzeit
Projektstart: 12/2005
Projektende: 11/2006

Zuletzt aktualisiert 2022-22-11 um 04:05