Ubiquitäres Computing


Interdisziplinäres Zentrum - Ubiquitäre Information:


Daten werden in immer größeren Mengen im Netz verfügbar, insbesondere in Form von Messdaten (Sensornetzwerke, Produktion, RFID, Smart Dust usw.) und Transaktionsdaten (Einzelhandel, Montage usw.), aber auch verborgen in unstrukturierten Texten. Diese Daten werden im Regelfall vollautomatisch erhoben und reflektieren zunehmend detailliert die reale Welt ("Internet of Things") und damit auch deren Dynamik. Hinzu kommen netzbasierte Dienste, die kontext- und situationsabhängig auf diese Datenmengen zugreifen und über Synthesen sowie komplexe Auswertungen (z.B. über Data-Mining-Methoden, Techniken des semantischen Web oder anwendungsspezifische Software wie ERP oder CRM) höherwertige Informationen generieren. Zunehmend fließen solche Daten unmittelbar in technische Anlagen zur Produktion von Gütern und in rechnerintegrierte Geräte, insbesondere für die Kommunikation und den Transport. Nutzer und die sie umgebenden Informationssysteme stehen in einem ständigen Dialog. Dies eröffnet zahlreiche interessante Anwendungsfelder, stellt die Wissenschaft aber auch vor neue Herausforderungen in Bezug auf die technischen, juristischen und ökonomischen Grundlagen derartiger "ubiquitärer" Informationsysteme sowie deren gesellschaftliche Auswirkungen.



Das Zentrum soll sich diesen stark interdisziplinär geprägten Herausforderungen zuwenden. Ziel ist die konzeptuelle, konstruktive und analytische Erforschung von Systemen, die diese neue Dynamik von Daten, Diensten und Prozessen für komplexe Anwendungen nutzen und handhabbar machen, sowie der gesellschaftlichen, juristischen und ökonomischen Implikationen derartiger Systemarchitekturen. Dies bedarf formaler Methoden, robuster Protokolle sowie komfortabler Benutzerschnittstellen, aber auch geeigneter Organisationsmodelle und Geschäftsprozesse, die nicht nur Funktions-, sondern auch Qualitäts-, Sicherheits- und Datenschutzaspekte berücksichtigen.



Das interdisziplinäre Konsortium der Antragsteller deckt die relevanten Themengebiete ab: Betriebswirtschaftslehre (Paulssen, Schade), Informatik (Fischer, Freytag, Leser, Malek, Naumann, Redlich, Reisig, Reulke, Scheffer, Schirmbacher, Schlingloff), Psychologie (Scholl, Wandke), Rechtswissenschaften (Kloepfer, Kuhring), Volkswirtschaftslehre (Burda, Röller) und Wirtschaftsinformatik (Berendt, Günther).



Generell gilt, dass das Thema auch international von größtem wissenschaftlichem Interesse ist und dass Deutschland aufgrund seiner traditionell starken Aufstellung in den relevanten Fachgebieten gut positioniert ist, um hier wichtige Beiträge zu leisten. Des Weiteren eignet sich das Thema des beantragten Zentrums aufgrund seines inhärent interdisziplinären Charakters in hervorragender Weise für längerfristige Kooperationen über den engeren fachlichen Hintergrund hinweg.


Projektleitung
Günther, Oliver Prof. Ph. D. (Details) (Wirtschaftsinformatik)

Mittelgeber
BMBF - HU als Unterauftragnehmerin

Laufzeit
Projektstart: 10/2004
Projektende: 03/2006

Zuletzt aktualisiert 2022-07-09 um 23:07