SFB 640 I: Oratorik auf europäischen Reichs- und Ständeversammlungen des späten Mittelalters und der beginnenden Neuzeit als Repräsentation politisch-sozialer Ordnungen im Vergleich (Teilprojekt A 1)


Das Projekt versucht, unter dem Gesichtpunkt eines mehrschichtigen Repräsentationsbegriffs die Texte und Funktionen von Reden und Verlautbarungen, die auf europäischen Reichs- und Ständeversammlungen, sei es durch den Monarchen oder seine Vertreter, sei es durch Sprecher der versammelten Gruppen gehalten wurden, durch vergleichende Analyse als codierte Repräsentationen politisch-sozialer Ordnung auf oberer Ebene sowie als Indikatoren einer Versammlungstypologie zu untersuchen, die neben nationalen Spezifica auch den performativen Wandel jener Repräsentationen und ihres institutionellen Rahmens reflektieren. Im Zentrum sollen insbesondere die deutschen Reichstage, ferner die französischen États généraux, das englische Parlament sowie sekundär die aragonischen Corts und der polnische Sejm stehen. Dabei werden klassische Methoden der rhetorischen Textanalyse und Verfassungsgeschichte mit solchen der jüngeren Zeremonial- und Performativitätsforschung verbunden. Der Untersuchungszeitraum reicht - mit sporadischen Beispielen - vom 14. Jahrhundert bis ca. 1600, für England und Polen auch darüber hinaus.


Projektleitung
Helmrath, Johannes Prof. Dr. (Details) (Sonderforschungsbereiche)

Mittelgeber
DFG: Sonderforschungsbereich

Laufzeit
Projektstart: 07/2008
Projektende: 12/2013

Zuletzt aktualisiert 2022-07-09 um 23:07