Die Umstellung von konventionellen zum ökologischen Landbau - eine dynamisch - stochastische Analyse


Das empirisch zu beobachtende Umstellungsverhalten vom konventionellen zum ökologischen Landbau entspricht nicht dem vordergründig aus komparativ-statischer Sicht zu erwartenden Umstellungsverhalten. Trotz der im historischen Vergleich relativen Vorzüglichkeit der Rentabilität der ökologischen Bewirtschaftungsweise verlassen nur wenige Landwirte die konventionelle Produktion. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Als Erklärungsansätze wurden neben nicht-monetären Motiven bislang insbesondere auch das Vorliegen von Risikoaversion und Pfadabhängigkeiten herangezogen. Einen relativ neuen Ansatz stellt die neue Investitionstheorie dar. Demnach ist unter den Bedingungen, dass Unsicherheit, Irreversibilität (versunkene Kosten) und zeitliche Flexibilität bei der Umstellungsentscheidung in Kombination auftreten, ein Wechsel in den ökologischen Landbau nicht schon dann anzuraten, wenn die jährliche Gesamtdeckungsbeitragsdifferenz gerade die auf ein Jahr bezogenen Umstellungskosten deckt. Vielmehr ist zu fordern, dass der bei unverzüglichem Wechsel zu erzielende Kapitalwert den mit der unverzüglichen Umstellung vernichteten Wert der Flexibilität mindestens kompensieren muss. Die neue Investitionstheorie scheint somit grundsätzlich geeignet, um einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis ökonomischer Anpassungsvorgänge zu leisten. Das Ziel dieses Forschungsvorhabens besteht darin, zu untersuchen, welches Erklärungspotential die neue Investitionstheorie bezüglich des empirisch beobachtbaren Umstellungsverhaltens besitzt und inwieweit sich die Auswirkungen realer Optionen im tatsächlichen Entscheidungsverhalten nachweisen lassen (positive Analyse). Als Referenz werden unter Anwendung der neuen Investitionstheorie konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet, wann gewinnmaximierende Landwirte in den ökologischen Landbau wechseln sollten (normative Analyse). Mittels Variantenrechnungen wird untersucht, wie sich eine mehrdimensionale Zielsetzung der Entscheider auf die optimale Handlungsstrategie auswirkt. Es werden Optionsbewertungsmodelle und ökonometrische Modelle zur Anwendung kommen. Die Ergebnisse dieses Forschungsvorhabens könnten insbesondere für die Agrarpolitik von Interesse sein.


Projektleitung
Mußhoff, Oliver Dr. agr. (Details) (Allgemeine Betriebslehre des Landbaus)

Laufzeit
Projektstart: 04/2004
Projektende: 03/2007

Zuletzt aktualisiert 2020-10-03 um 16:42