Exekutive Kontrolle von Sakkaden bei Schizophrenie-Patienten, Hirnverletzten und Gesunden I


Exekutive Funktionen umfassen mehrere Komponenten, die zur flexiblen, situationsentsprechenden Steuerung von Verhalten beitragen. Ziel des Projekts ist die Identifikation von elementaren Kontrollmechanismen und deren Störungen bei Patienten mit Schizophrenie und bei Patienten mit fokalen Frontalhirnläsionen. Ein reliabler Indikator gestörter Kontrollmechanismen bei diesen Patientengruppen sind Reflexsakkaden in Augenbewegungs- und Fixationsaufgaben. Es wurde ein Modell entwickelt, das von einer Konkurrenz zwischen den reizgesteuerten Reflexsakkaden und der eigentlich in der Aufgabe geforderten Willkürhandlung ausgeht und auf dieser Basis die Defizite der genannten Patientengruppen erklärt. Es wird vermutet, dass die Initiierung der Willkürhandlung bei Patienten mit Schizophrenie gestört ist, so dass sich die reizgesteuerte Sakkade häufiger durchsetzen kann.



In dieser Förderperiode werden mehrere Experimente durchgeführt, um folgende zentrale Hypothesen zu testen:


1) Die Unterdrückung von Reflexsakkaden ist nur dann gestört, wenn die konkurrierende kognitive Aktivität beeinträchtigt ist.


2) Bei Schizophrenie-Patienten und Hirnverletzten sind diejenigen kognitiven Aktivitäten gestört, die ausschließlich auf internaler Aufgabenrepräsentation beruhen und nicht durch physische Stimuli getriggert werden.


Projektleitung
Kathmann, Norbert Prof. Dr. rer. nat. (Details) (Klinische Psychologie)

Laufzeit
Projektstart: 11/2003
Projektende: 09/2006

Publikationen

Reuter, B., Herzog, E., Endrass, T., & Kathmann, N. (2006). Brain potentials indicate poor preparation for action in schizophrenia. Psychophysiology, 43, 604-611.



Reuter, B., Herzog, E., & Kathmann, N. (2006). Antisaccade performance of schizophrenic patients: evidence of reduced task-set activation and impaired error detection. Journal of Psychiatric Research, 40, 122-130.



Reuter, B., Rakusan, L., & Kathmann, N (2005). Poor antisaccade performance in schizophrenia: an inhibition deficit? Psychiatry Research, 135, 1-10.



Reuter, B. & Kathmann, N. (2004). Using saccade tasks as a tool to analyze executive dysfunctions in schizophrenia. Acta Psychologica, 115, 255-269.


Zuletzt aktualisiert 2020-10-03 um 16:41