Zur anthropoligischen Funktion der Diskurse über die Emotionen und ihre Ästhetisierung


Kultur impliziert immer schon eine doppelte Bewegung: sie ist sowohl eine Bewegung weg vom Körper, als auch eine zu ihm hin. Wenn aber Kulturen von einer solchen Gegenläufigkeit wesentlich mitgeprägt sind, dann dürften für ein anthropologisches Forschungsinteresse gerade jene Kreuzungspunkte ergiebig erscheinen, an denen sich kulturelles Handeln vom Körper abhebt und in denen sich doch auch wieder Körperlichkeit ununterdrückbar präsent hält. Solche ausgezeichneten Nahtstellen finden sich in allen Formen des Umgangs mit den Emotionen (Gefühlen, Affekten, Stimmungen). In ihnen haben Kulturen immer wieder versucht, dem, was sie je für ihre eigene bedrohliche (oder auch verheissungsvolle) Körperlichkeit gehalten haben. Gestaltungsprozesse sind Untersuchungsgegenstand des vorliegenden Projekts. Anhand der englischen Kultur sollen diese Funktionen paradigmatisch in ihren historischen Voraussetzungen und Wandlungen sowie theoretischen Konsequenzen untersucht werden.


Principal Investigators
Schlaeger, Jürgen Prof. Dr. (Details) (British Literature and Culture)

Duration of Project
Start date: 07/1998
End date: 12/2000

Publications
Representations of Emotions, hrsg. mit Gesa Stedman, Gunter Narr Verlag, Tübingen 1999; "Chaucer lässt lachen" in: Komische Gegenwelten. Lachen und Literatur in Mittelalter und Früher Neuzeit, hrsg. v. W. Röcke und H. Neumann, Paderborn 1999, 123-132; "Emotions and Emotional Excess" in: REAL Yearbook of Research in English and American Literature, Vol. 16, Gunter Narr Verlag, Tübingen 2000, 1-11.

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