Bildungs- und Kulturzentrum Turmstraße 75 - Bedarfsanalyse und wissenschaftliche Begleitung für ein Nutzungskonzept


In der pädagogischen Fachdiskussion haben sogenannte Lernzentren (vgl. Buiskool u.a. 2005; Stang/Hesse 2006) in den letzten Jahren in Deutschland und in anderen Ländern Verbreitung gefunden. Lernzentren stellen dabei architektonische und organisatorische Lösungen dar, die verschiedene Bildungseinrichtungen wie Volkshochschulen, Stadtbüchereien/Stadtteilbibliotheken, Musikschulen und andere Bildungs-/Kultureinrichtungen in einem Gebäude oder zumindest in räumlicher Nähe zusammenführen. Durch eine stärkere Präsenz von Bildungs- und Kultureinrichtungen im Stadtbild wird sich u.a. eine komplementär wirksame Steigerung der Nutzerzahlen versprochen. Analysen zeigen auf, dass bei einigen Beispielen die „Nutzungsfrequenz der Bibliothek um 250 Prozent und die Ausleihen um 50 Prozent zugenommen und die Nachfrage nach dem VHS-Angebot konnte trotz landesweit rückläufiger Zahlen um acht Prozent gesteigert werden. Bei einer anderen Einrichtung haben die Unterrichtsstunden der Volkshochschule um über 200 Prozent zugelegt.“ (Stang 2010, S. 39) . Des Weiteren sind Synergieeffekte wie eine bessere Raumauslastung zu erwarten sowie die Transparenz eines breiten Angebotsspektrums versprechen mehr Sichtbarkeit und somit verbesserte Zugänge zu Bildungsleistungen und Kulturangebote für die Bürgerinnen und Bürger. Durch die Intensivierung von Kooperationen zwischen den verschiedenen Anbietern könnten neue und optimierte Bildungs- und Kulturangebote entstehen.
Besonders und überregional bekannte Beispiele für solche Lernzentren waren in den letzten Jahren im deutschsprachigen Raum das DAStietz in Chemnitz, der südpunkt in Nürnberg, das ZIB in Unna, der Treffpunkt Rotebühlplatz in Stuttgart sowie der Wissensturm Linz. Weitere solcher Lernzentren sind momentan im Entstehen (z.B. in Wolfsburg). Bestehende Lernzentren erfahren aktuell weitere Modifikationen (z.B. ZIB in Unna).

Projektleitung
Käpplinger, Bernd Prof. Dr. (Details) (Lernen im Lebenslauf / Betriebliche Weiterbildung (J))

Laufzeit
Projektstart: 05/2014
Projektende: 03/2015

Zuletzt aktualisiert 2020-17-11 um 14:30