Sakrale Räume und Kultpraktiken in städtischen Zentren Dakiens I. Eine Untersuchung zur Formierung religiöser Gemeinschaften in Apulum und Sarmizegetusa


Die im Jahre 106/107 n. Chr. eingerichtete römische Provinz Dakien kann als 'Einwanderungsland' angesprochen werden. Migranten aus verschiedenen Regionen des Imperium Romanum gestalteten aufgrund ihrer kulturellen Erfahrung sakrale Räume auf unterschiedliche Weise. Während des Kolonisierungsprozesses entstand ein weites Spektrum religiöser Kommunikationssysteme. Elemente der eigenen Religion und fremde Traditionen fügten sich in den entstehenden Heiligtümern zu einem in sich heterogenen Erscheinungsbild. Ein Blick auf die Liber Pater - Bezirke Dakiens kann die separierenden und die integrierenden Tendenzen von Religion besonders gut darstellen und die Bandbreite religiöser Handlungsfelder anhand eines Götterkultes belegen. Kolonisten gleicher regionaler Herkunft kamen häufig in geschlossenen Kultorganisationen zusammen. Wie es zur Formierung der verschiedenen religiösen Gemeinschaften gekommen ist, soll exemplarisch anhand der gut überlieferten Denkmäler der Koloniestädte Apulum und Sarmizegetusa untersucht werden. Auf der Grundlage einer Analyse der Sakralarchitektur, Weihinschriften, Votivplastik und Kultkeramik sind Herkunft und relisiöses Ritual der Gläubigen zu ermitteln. Erst eine Betrachtung der Denkmäler auf überregionaler Ebene ermöglicht die Bestimmung lokaler Besonderheiten. Auf dieser Basis soll der Transformationsprozess analysiert werden, der zu dem spezifischen Religionsgefüge der Provinz Dakien geführt hat.


Projektleitung
Schäfer, Alfred PD Dr. phil. (Details) (Klassische Archäologie)

Laufzeit
Projektstart: 12/2000
Projektende: 11/2001

Forschungsfelder
Globalisierungs- und Regionalisierungsprozesse in der antiken Religionsgeschichte, Römische Reichsreligion und Provinzialreligion

Zuletzt aktualisiert 2020-10-03 um 23:10