Prozesse der Sakralisierung I. Ikonographie und Semiotik von Vergangenheitsrepräsentationen am Ort des ehemaligen Frauenkonzentrationslagers Ravensbrück


Sakralisierungsprozesse, das heisst die Praxis einer religiösen Überhöhung kultureller Phänomene, sind ein Element in der gesellschaftlichen Konstruktion von Erfahrungswirklichkeit. Das geplante Vorhaben soll in interdisziplinärer Kooperation untersuchen, inwieweit Ikonographie und Semiotik von Vergangenheitsrepräsentationen als Manifestation einer religiös tradierten Zuschreibungspraxis interpretiert werden können. Gegenstandsfeld dieser Untersuchung ist die KZ-Gedenkstätte Ravensbrück, ihre Entstehungsgeschichte, das Bildprogramm ihrer Anlage sowie diedort veranstalteten Gedenkfeiern. Die Tatsache, dass die Entwicklung der Formen öffentlicher Nutzung dieses Ortes sowie seiner Gestaltungselemente in den Jahren 1945 bis 1995 von drei unterschiedlichen politischen Systemen bestimmt wurden, erlaubt einen dezidiert komparatistischen Untersuchungsansatz. Die Frage nach der Funktion und Bedeutung religiöser Nobilitierung soll die bisherige Forschung zu Formen der Vergangenheitsrepräsentationen darüber hinaus um den Aspekt der ihnen zugrundeliegenden Geschlechterkonzeption erweitern.


Principal Investigators
Braun, Christina von Prof. i.R. Dr. habil. (Details) (Cultural Theory Specializing in Gender Issues and History)

Duration of Project
Start date: 11/1998
End date: 10/2000

Research Areas
Sakralisierung, Vergangenheitsrepräsentationen

Last updated on 2020-10-03 at 23:09