Geschlecht und Religion: Rezeption der Antike (Veranstaltung: 10.–11.05.2013, Berlin)


Das Geschlecht ist keine anthropologische Konstante, welche immer gleich bleibt, sondern wird in jeder Gesellschaft und Kultur neu definiert und mit unterschiedlichen Bedeutungen besetzt. Nicht nur in verschiedenen Kulturen und historischen Epochen weisen die Frauen- und Männerrollen verschiedene Merkmale auf, insbesondere in antiken literarischen Texten zeigt sich das Geschlecht als eine fluide Kategorie. Die internationale Tagung und der Tagungsband widmen sich dem Wandel der Frauenbilder in der Antike und ihrer Rezeption im letzten Jahrhundert. Die Autorinnen arbeiten heraus, mit welchen Bedeutungen die Frauen- oder Männerbilder in verschiedenen Texten besetzt werden und wie antike und moderne Autoren (darunter Filmregisseure) sie umformen. Dabei zeigt sich nicht das biologische Geschlecht als maßgebend für die geschlechtliche Identität literarischer Figuren, sondern ihr Handeln und Reflektieren, welche mit ihrer sozialen Rolle korrespondieren oder sie kontrakarieren. Die Inversionen von Rollen und das Überschreiten der sozialen, politischen und religiösen Grenzen weisen stets geschlechtsspezifische Komponenten auf, welche die Aufsätze in diesem Band untersuchen. Einige Beiträge zeigen, dass die Geschlechtsidentität weder eindeutig noch aus der binären Opposition Mann/Frau abzulesen ist, sondern im Spannungsfeld zwischen diesen bei- den Polen angesiedelt ist und stetem Wandel unterliegt.


Projektleitung
Sterbenc Erker, Darja PD Dr. (Details) (Honorar- und außerplanm. Profess. / Privatdoz. / Lehrbeauftragte)

Laufzeit
Projektstart: 01/2013
Projektende: 06/2015

Forschungsbereiche
Literaturwissenschaft, Religionswissenschaft und Judaistik

Forschungsfelder
Antikenrezeption, Gesellschaftsgeschichte der Antike

Publikationen
D. Šterbenc Erker 2015. „Frauenbilder in der Religionsgeschichte: der Fall der ludi saeculares“, in: D. Šterbenc Erker (Hg.): Frauenbild im Wandel, Gender Studies in den Altertumswissenschaften (Iphis 7), WV Trier, Trier, 119-139.

D. Šterbenc Erker 2015. „Frauenbild im Wandel“, in: D. Šterbenc Erker (Hg.): Frauenbild im Wandel. Gender Studies in den Altertumswissenschaften 7, Wissenschaftlicher Verlag Trier, 1-10.

E. María Mateo Decabo 2015. „Gender und Religion in Ovids Metamorphosen“, in: D. Šterbenc Erker (Hg.): Frauenbild im Wandel. Gender Studies in den Altertumswissenschaften 7, Wissenschaftlicher Verlag Trier, 13-28.

N. Mindt „Sappho in den Epigrammen Martials. Konstruktionen und Konnotationen von dichtenden Frauen“, in: D. Šterbenc Erker (Hg.): Frauenbild im Wandel. Gender Studies in den Altertumswissenschaften 7, Wissenschaftlicher Verlag Trier, 29-48.

A. Wenzel 2015. „... in domum quoque puellae certamen partium penetravit oder : Wie aus einer Hochzeit ein Bürgerkrieg wurde (Liv. 4, 9,1ff)“, in: D. Šterbenc Erker (Hg.): Frauenbild im Wandel. Gender Studies in den Altertumswissenschaften 7, Wissenschaftlicher Verlag Trier, 51-73.

Zuletzt aktualisiert 2020-10-03 um 23:05