How Do Migrating Birds Solve the Volunteer’s Dilemma?


Ein wesentlicher Teil der weltweiten Vogelpopulation unternimmt saisonale Wanderungen über große Distanzen, wobei vor allem größere Vögel häufig in Staffel- oder V-Formationen fliegen. Dieser Formationsflug kann dazu beitragen, den Energieaufwand während des Fliegens zu verringern. Da allerdings nicht alle Vögel in einer Formation in gleicher Weise profitieren können, entsteht aus der Frage, wer in der unvorteilhaften Führungsposition fliegen soll, ein soziales Dilemma. Mit spieltheoretischen Modellen lassen sich Vorhersagen machen, welche Tiere mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Formation anführen, wie oft Wechsel in der Führungsrolle vorkommen und mit welchen Wartezeiten bis zur Bildung einer Formation zu rechnen ist. Um diese Modelle zu testen, werden wir das Flugverhalten von drei Scharen juveniler Waldrappe (Geronticus eremita) während ihrer ersten menschengeleiteten Herbstmigration untersuchen. Alle Vögel werden mit Daten-Loggern mit Präzessions-GPS-Empfängern, Beschleunigungs- und EMG-Sensoren ausgestattet, die es uns erlauben, die relative Position der Vögel zueinander sowie deren Arbeitsaufwand zu bestimmen.
Eine große Zahl von Kooperationsproblemen in der Biologie lässt sich formal als Volunteer’s Dilemma darstellen. Der Formationsflug von Vögeln während ihrer ersten Migration ist aus Zwei Gründen ein besonders gutes Studienobjekt. Zum einen ist das Risiko im Falle eines Scheiterns sehr hoch, da juvenile Vögel, die in ungeeignetem Habitat den Anschluss verlieren, sehr geringere Überlebenschancen haben. Zum anderen lassen sich dank einer neuen Generation von ultra-leichten und präzisen Daten-Loggern der Energieaufwand während des Fluges und die Energieersparnis im Formationsflug sehr gut quantifizieren.

Projektleitung
Voelkl, Bernhard Dr. (Details) (Organismische Evolution)

Laufzeit
Projektstart: 04/2012
Projektende: 03/2015

Zuletzt aktualisiert 2020-25-11 um 15:55