Flexibility in conceptual memory I


Die allgemeine Zielstellung des Projekts bestand darin, den Aufbau und die Nutzung von Kategorien im Spracherwerb empirisch zu erfassen und mit Hilfe universeller kognitiver Prozesse des Kategorisierens zu erklären. Nach der Erfassung empirischer Phänomene in Verhaltensexperimenten mit Kindern und Erwachsenen, dem Herausarbeiten gemeinsamer Prozesse des Kategorisierens und deren Simulation in neuronalen Netzen stand im letzten Jahr der Projektlaufzeit die Überprüfung theoretischer Implikationen anhand psychophysiologischer Untersuchungen im Vordergrund. Dazu wurde das Paradigma des Wort-Bild-Vergleiches benutzt. Erwachsene Pbn hatten unterschiedlich allgemeine Kategorisierungsanforderungen zu bewältigen. Neben Verhaltensparametern (Reaktionszeiten, Fehlerprofile) wurden (1.) das EEG abgeleitet und (2.) die Pupillomotorik erfasst. Die analysierten Indikatoren psychophysiologischer Aktivität (ereigniskorrelierte Potentiale, Pupillendilatation und Latenz) lassen Rückschlüsse auf spezifische Verarbeitungsstufen beim Bild-Wort-Vergleich zu. Die EKP-Komponenten N300 und N400 belegen, dass Exklusionen nicht durch das Aufrechterhalten der Aktivierung oder die zeitweilige Hemmung spezieller Merkmalsmuster begründet sind. Pupillomotorik und Verhaltensparameter dokumentieren übereinstimmend den starken Einfluss unterschiedlicher Abstraktionsebenen bei der Anforderungsbewältigung. Bei initialem Bild-Wort-Vergleich zeigt sich ein bevorzugten Zugang zur Unterbegriffs- und Basisbegriffsebene. Beim Wechsel zwischen verschiedenen Abstraktionsebenen und bei inkongruenten Bild-Wort-Zuordnungen lässt sich ein Verarbeitungsvorteil für Kategorisierun-gen auf der Basisbegriffsebene nachweisen. Damit kann in die Diskussion über die Kodierung von Bildern und Worten im Langzeitgedächtnis sowie über Mechanismen ihres Vergleichs im Arbeitsgedächtnis eingegriffen werden (Glaser, 1992). Anhand der EKP-Untersuchung konnten darüber hinaus jüngere psychophysiologische Erkenntnisse mit einem anderen Versuchsdesign repliziert und spezifiziert werden. Das betrifft die Differenzierung von einer früheren (N300) und einer späteren Negativierungskomponente (N400) sowie deren Verhalten bei Bild-Wort-Inkongruenz. Diese Daten sprechen für eine sequentielle Aktivierung und Verarbeitung modalitätsspezifischer und unspezifischer Merkmale beim Bild-Wort-Vergleich.


Principal Investigators
van der Meer, Elke Prof. Dr. sc. nat. (Details) (Cognitive Psychology)

Duration of Project
Start date: 01/2000
End date: 06/2000

Research Areas
neuronale Netze, Psycholinguistik, Spracherwerb

Last updated on 2020-11-03 at 23:16