"Fundamentalismus und Geschlecht: Schrift - Körper - Gemeinschaft", (Verranstaltung, 02.12.10-04.12.10, Berlin)


Zusammenhänge von 'Fundamentalismus' und 'Geschlecht' werden im westlichen Mediendiskurs seit mehreren Jahren thematisiert: Insbesondere Islamismus und 'Frauenunterdrückung' erscheinen hierbei als assoziative Allianz, aber etwa auch die im christlichen Fundamentalismus propagierte Enthaltsamkeit vor der Ehe, Homophobie und konservative Familienideale rücken in jüngster Zeit verstärkt ins Zentrum des öffentlichen Interesses. Die vom Graduiertenkolleg "Geschlecht als Wissenskategorie" organisierte Konferenz will das Thema "Fundamentalismus und Geschlecht" auf mehreren Ebenen vertiefen und in inter- und transdisziplinärer Perspektive kritisch hinterfragen. Dabei werden historische und aktuelle Spezifika religiöser Fundamentalismen fokussiert. Zugleich sollen westlich säkulare Selbstvergewisserungen, die sich über diskursive Wissensproduktionen zum Thema Fundamentalismus strukturieren, in den Blick genommen werden.
Thematisch ist die Konferenz entlang von drei Panels ausgerichtet:
1. Literalismus/Wissenschaft
2. Nation/Staat/Gemeinschaft
3. Körper/Leben/Biopolitik.
Das übergreifende Erkenntnisinteresse liegt in der analytischen Auffächerung des Fundamentalismusbegriffs und seiner Verwobenheit mit der Kategorie Geschlecht. Dabei stehen folgende Fragen im Mittelpunkt: Wie erklärt es sich, dass sich alle (religiösen) Fundamentalismen maßgeblich über (normierende) Bestimmung von Sexualität, Geschlechterrollen und das Geschlechterverhältnis konstituieren? Warum bilden Sexualpolitiken einen gemeinsamen Nenner verschiedenster religiöser Fundamentalismen? Inwiefern und warum spielt die Kategorie Geschlecht in Fundamentalismusdefinitionen (k)eine Rolle? Welches Religions-, Politik-, Subjekt- und Gesellschaftsverständnis ist in dem Reden über Fundamentalismus enthalten? Was wird wann, wo und von wem als feministisch ausgewiesen, was als feministisch zurückgewiesen?

Projektleitung
Bruns, Claudia Prof. Dr. phil. (Details) (Gender und Wissensgeschichte (J))

Laufzeit
Projektstart: 05/2010
Projektende: 12/2010

Zuletzt aktualisiert 2020-11-03 um 23:09