Sakrale Räume und Kultpraktiken in städtischen Zentren Dakiens (II). Eine Untersuchung zur Formierung religiöser Gemeinschaften in Apulum und Sarmizegetusa


Nach Gründung der römischen Provins Dakien im Jahre 106/107 förderte Kaiser Trajan den Zustrom von Menschen ex toto orbe Romano, um Äcker zu bestellen und Städte zu errichten(Eutrop VIII 6). Auf diesem Wege traten Einwanderer unterschiedelicher Traditionen und Wertvorstellungen in Kommunikation, tauschten Erfahrungen aus und lernten neue Verhaltensweisen kennen. Wie sich der Kontakt unterschiedlicher Gruppen in einer fremden Umgebung ausgewirkt hatund welche Gruppen die Bildung der neuen Provinzkulturmaßgeblich bestimmt haben, soll anhand der religions-geschichtlichen Denkmäler der wichtigsten Koloniestädte Dakiens - Apulum und Sarmizegetusa - untersucht werden. In der Gegenüberstellung wird die religionspolitische Bedeutung der Provinzhauptstadt deutlich, die sich an stadtrömischen Modellen orientiert und als metreopolis eine Vorbildfunktion für die übrigen Städte im Provinzverband in Anspruch genommen hat. Eine Zusammenstellung der Zeugnisses des Liber Pater-Kultes soll dagegen exemplarisch die Formierung von Religion auf der Ebene der Provinz auswerten . Den städtischen Kulten wird ein überregionaler Götterkult vergleichend zur Seite gestellt, so dass sich in der Analyse religöser Kommunikationssystem Ergebnisse ergänzen oder abgleichen lassen. Beide Perspektiven berücksichtigen gut erhaltende Heiligtümer, so daß eine kontextuelle Betrachtungsweise Erkenntnisse zu den einzelnen Medien, dem regionalen Rahmen und der Integrationsleistung von Religion erzielen wird.


Projektleitung
Wrede, Henning Prof. Dr. phil. (Details) (Klassische Archäologie)

Laufzeit
Projektstart: 12/2001
Projektende: 11/2002

Zuletzt aktualisiert 2020-14-03 um 23:18