In vivo-Funktion des Ferredoxin-Redoxsystems im plastidären Organell parasitärer Apicomplexa


Im Gegensatz zu anderen Eukaryonten, die den essentiellen Kofaktor Liponsäure (LA) im Mitochondrion herstellen, ist der Apicoplast des intrazellulären Protozoen Toxoplasma gondii der einzige Ort der de novo-Synthese von LA. Da LA normalerweise proteingebunden und folglich nicht imstande ist, dieses Organell zu verlassen, der Parasit aber auch LA in seinem Mitochondrion braucht, muss sich T. gondii LA von der ihn umgebenden Wirtszelle "besorgen". Mit einem zellbiologisch-biochemischen Ansatz möchten wir unsere Hypothese überprüfen, dass die Quelle hierfür proteingebundene LA ist und dass T. gondii Wege entwickelt hat, die zur Freisetzung von LA von diesen Proteinen führt. Wir haben Hinweise, dass T. gondii im Wirt die Stöchiometrie von Proteinkomplexen, die lipoylierte Untereinheiten enthalten, ändert, und zwar über einen Einfluss auf die Expression der jeweiligen Wirtsgene. Dies könnte dann zu erhöhter Proteolyse dieser Proteine in den Wirtsmitochondrien führen. Die dadurch freigesetzte LA wäre dann in der Lage, in die Vakuole zu gelangen, in der der Parasit lebt. In einem zweiten Ansatz mit einer konditionellen knockout-Mutante möchten wir unsere Annahme überprüfen, dass die LA-Synthese in T. gondii direkt von der Funktion des Proteins Ferredoxin abhängig ist, das vermutlich die Elektronen zur Verfügung stellt, die für die Erzeugung von LA im Apicoplast notwendig sind. Da andere intrazelluläre Pathogene auch LA-auxothroph sind, könnte die Klärung der Mechanismen, die eine Abzweigung von LA vom Wirt hin zum parasitischen Verbraucher zu neuen Interventionsstrategien führen.


Projektleitung
Seeber, Frank Prof. Dr. rer. nat. (Details) (Molekulare Parasitologie)

Mittelgeber
DFG: Sachbeihilfe

Laufzeit
Projektstart: 10/2008
Projektende: 09/2009

Zuletzt aktualisiert 2022-08-09 um 09:07