Mineralisierbarkeit und Rückhalt aufgenommener Sprengstoffrückstände in absterbenden Nadelbaumkompartimenten


Sprengstofftypische Verbindungen (STV) wie 2,4,6-Trinitrotoluol (TNT) und Hexahydro-1,3,5-trinitro-1,3,5-triazin (RDX, Hexogen) sind dafür bekannt, dass sie weltweit in großflächigen Bodenkontaminationsbereichen durch Auswaschung das Trinkwasser bedrohen. Ausgedehnte Nadelwaldflächen, die die Vegetation sprengstoffbelasteter Areale oftmals dominieren, können durch Niederschlagsrückhalt indirekt und durch STV-Aufnahme direkt den Austrag rüstungsspezifischer Bodenschadstoffe in das Grundwasser mindern.

Für die ganzheitliche Bewertung der natürlichen Bodendekontaminierungs-Prozesskette sind STV-Aufnahme (Bodenentzug), STV-Akkumulation, STV-Transformation im Baum, STV-Inkorporation, Eingang in Spreuschicht und Humus-Turnover des Bodens und damit deren indirekte Mineralisierung von Bedeutung. Erstmalig soll der Endbereich dieser Dekontaminationsfolge, d.h. die Mineralisierbarkeit gehölz-inkorporierter STV im Fokus der Untersuchungen stehen. Im beantragten Projekt ist mit Hilfe von 14C-markiertem TNT und RDX an abgestorbenen Gehölzresten von Fichten und Kiefern diese Mineralisierung als 14CO2-Freisetzung radioanalytisch zu quantifizieren und zu Dauerrückhalt und Restauswaschungspotenzial bilanzierend in Bezug zu setzen.

Projektleitung
Büttner, Carmen Prof. Dr. agr. (Details) (Phytomedizin)

Mittelgeber
DFG: Sachbeihilfe

Laufzeit
Projektstart: 01/2010
Projektende: 12/2011

Forschungsfelder
Dendroremediation, Forst, Nachwachsende Rohstoffe, Natural attenuation, Phytoremediation, Rüstungsaltlasten

Zuletzt aktualisiert 2022-08-09 um 15:07