Ernährungssicherung und Armutsminderung durch Kooperativen und Selbst-Hilfe-Gruppen in der indischen Megacity Hyderabad


Über die Hälfte der Weltbevölkerung lebt bereits heute in Städten, bis zum Jahr 2030 sollen es zwei Drittel der Weltbevölkerung sein. Eine Folge dieser rapiden Urbanisierung ist die Entstehung so genannter Megacities mit einer Einwohnerzahl von über 10 Millionen Menschen, insbesondere in Entwicklungsländern (Brennan 1999). Die entstehenden Probleme der Armut und Unterernährung in urbanen Zentren der Entwicklungsländer werden in der Regel unterschätzt (Bapat 2009). Da der Zugang zu Land (z.B. für Stadtviehhaltung oder Gartenbau) in Megacities sehr limitiert ist, ist Ernährungssicherung in Städten im Vergleich zu ländlichen Gegenden stärker mit monetärer Einkommenssicherung verknüpft. Die Vulnerabilität gegenüber Schwankungen von Einkommen und Nahrungsmittelpreisen ist daher besonders hoch (Khor 2008). Wettbewerbsmechanismen (Bapat 2009) und staatliche Programme wie das Public Distribution System (Tritah 2003) konnten das Ernährungs- und Armutsproblem in Indien bisher nicht signifikant verbessern. Wo Markt und Staat nicht hinreichend zu Ernährungssicherung und Armutsbekämpfung beitragen, können Selbsthilfegruppen und Kooperativen wichtige Potentiale entfalten.
Der Forschungsansatz von Frau Opperskalski geht davon aus, dass Erfolgsfaktoren für solche SHGs und Genossenschaften je nach Kontext soziokulturelle Besonderheiten aufweisen. Erfolgsfaktoren sind deshalb nicht allein aus gängigen Theorien kollektiven Handelns (Olson 1965, Ostrom 1990, 2005, Kollock 1998) heraus zu gewinnen, sondern müssen vor Ort an den empirischen Kontext angepasst, verstanden und erklärt werden.

Principal Investigators
Hanisch, Markus Prof. Dr. (Details) (Cooperative Sciences (S))

Duration of Project
Start date: 10/2009
End date: 11/2009

Last updated on 2020-17-03 at 23:13