Sister Reformations. Die Reformation in Deutschland und England. Wissenschaftliches Symposion aus Anlass des 450. Jahrstages des Elizabethan Settlement (Veranstaltung: 23.09. - 26.09.2009, Berlin)


2009 ist ein reformationsgeschichtliches Jubiläumsjahr in vielfältiger Hinsicht. Zum einen jährt sich zum 500sten Mal der Geburtstag Johannes Calvins, dessen schon in verschiedensten Formen gedacht wird. Zum anderen ist 2009 das 450. Jahr des Elizabethan Settlement, mit dem die englische Reformation abgeschlossen und die Anglikanische Kirche endgültig etabliert wurde, eine Parallele zum Augsburgischen Religionsfrieden in unseren Breiten, dessen 450. Jahrestag vor vier Jahren begangen wurde.
Aus diesem Anlass findet an der Theologischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin ein deutsch-angelsächsisches Symposion statt, das die Reformationsgeschichte Deutschlands und Englands in ihrer wechselseitigen Beziehung beleuchtet. Es ist die erste wissenschaftliche Veranstaltung dieser Art; bislang wurden die Vorgänge im Alten Reich und in England jeweils auf separaten Tagungen diesseits und jenseits des Kanals abgehandelt. So blieben die nicht geringen Interdependenzen, wenn man sie überhaupt wahrnahm, ganz am Rande des Bewusstseins. So kamen aber auch die reformationsgeschichtlichen Forschungstraditionen im deutschen und im angelsächsischen Bereich kaum in eine Diskussion miteinander. Das Symposion will eine solche Diskussion eröffnen.
Das Thema wird unter verschiedenen Gesichtpunkten angegangen: Es wird den vielfältigen Wegen nachgegangen, auf denen Kenntnisse und Einflüsse der Reformation im Reich nach England gelangten. Dabei finden die persönlichen Beziehungen besondere Beachtung, wie sie verstärkt durch das Exil englischer Evangelischer unter Maria Tudor und deutscher nach dem Interim zustandekamen. Weiter kommen die theologischen und liturgischen Einflüsse zur Sprache, die sich auf literarischem Wege wie durch die persönlichen Kontakte ergaben, zugleich wird aber auch nach der Art der Verarbeitung solcher Einflüsse gefragt, die der Reformation auf beiden Seiten des Kanals ein je unterschiedliches Profil verlieh. Es wird die politische Dimension angesprochen, die insbesondere in den Annäherungen Heinrichs VIII. an den Schmalkaldischen Bund zu greifen ist. Es werden parallele Ereignisse wie die Eheprobleme König Heinrichs VIII. und Landgraf Philipps von Hessen und ihre Lösungen oder die Konsolidierung der Reformation durch den Augsburger Religionsfrieden und das Elizabethan Settlement erörtert. Zum Schluß wird noch ein Sprung in die Gegenwart gewagt und das heutige Verhältnis zwischen dem deutschen Protestantismus und der Kirche von England beleuchtet.

Principal Investigators
Wendebourg, Dorothea Prof. Dr. (Details) (Ecclesiastical History Specializing in Modern History / History of Reformation)

Duration of Project
Start date: 09/2009
End date: 09/2009

Last updated on 2020-17-03 at 23:13