Mori Ôgai und die transnationale Geschichte von Public Health. Eine Kooperation der Mori-Ôgai-Gedenkstätte, Humboldt-Universität zu Berlin, und des Center for Preventive Medical Science, Chiba-Universität, Japan


Mori Ôgai (1862-1922) hat als Schriftsteller, Mediziner, Übersetzer europäischer Literatur und Vermittler westlicher Mentalität in bedeutender Weise Japans Übergang zur Moderne geprägt. Seine Bedeutung für die Begründung der modernen japanischen Literatur ist in- und auch außerhalb Japans bekannt und Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Studien. Wesentlich weniger Aufmerksamkeit hat dagegen Moris Engagement für die "Gesundheitswissenschaft" bzw. das Konzept von Public Health erfahren. Das ist umso erstaunlicher als der junge Militärarzt sich von 1884 bis 1888 mit Unterstützung der japanischen Regierung insbesondere im Deutschen Reich aufhielt, um sich bei Robert Koch, Max von Pettenkofer, Rudolf Virchow und anderen Wissenschaftlern mit den Grundlagen und der Praxis des Hygienewesens vertraut zu machen. Nach seiner Rückkehr in das japanische Kaiserreich setzte er sich energisch für die Vermittlung und Adaption des spezifisch modernen Wissens an die lokalen Verhältnisse ein. Das Projekt unternimmt eine Bestandsaufnahme seiner Aktivitäten vor dem Hintergrund der zeitgenössischen transnationalen Debatte über die sozialen Bedingungen der Gesundheit und der gesellschaftlichen Bewältigung von Krankheit.


Projektleitung
Salomon, Harald Dr. (Details) (Japanische Sprache und Kultur)

Laufzeit
Projektstart: 02/2014
Projektende: 12/2021

Zuletzt aktualisiert 2021-04-01 um 17:46