Handlungs-Erlebnis-Räume: Zeitkarussell


Unsere sinnliche Wahrnehmung ist im Alltag keineswegs ein von unseren Handlungen unabhängiges Außenereignis, das auf uns einströmt. Vielmehr ist ein Großteil unserer Wahrnehmung eng an unsere Handlungen geknüpft. So haben wir routinemäßige Erwartungen, welches Geräusch zu hören sein wird, wenn wir auf einen Holztisch oder an ein Fenster klopfen. Ebenso haben wir klare Erwartungen, wie unsere Bewegungen bei einem Blick in den Spiegel aussehen werden. In den Handlungs-Erlebnis-Räumen wollen wir diese routinemäßigen Erwartungen gezielt durchbrechen, um eine neue, erweiterte Erfahrung des Zusammenhangs zwischen Aktion und Perzeption zu vermitteln. Die Installationen der Handlungs-Erlebnis-Räume zielen auf eine gezielte Manipulation des Zusammenhangs zwischen Handlung und Wahrnehmung ab, um die Routine zu stören und durch erfahrbare Irritation erlebbar zu machen. Somit verlangt dieses Projekt vom Besucher, dass er seine passive Rolle verlässt und aktiv mit den Installationen wechselwirkt. Er muss zu einem Akteur werden, der mit sich selbst und der Installation experimentiert, um einen gewünschten ästhetischen Erlebnisraum herzustellen. Damit sind die Handlungs-Erlebnis-Räume öffentliche Laboratorien, die den Besucher-Akteuren für sinnliche Selbstexperimente zur Verfügung gestellt werden.


Principal Investigators
Brüning, Jochen Prof. i. R. Dr. rer. nat (Details) (Scientific Collections and Science Communication)

Duration of Project
Start date: 04/2009
End date: 07/2013

Last updated on 2020-17-03 at 23:05