Verbundvorhaben: Professionalisierung für kooperative Planung und Bewertung in der Inklusion - Teilprojekt der Humboldt-Universität zu Berlin


Kern inklusiven Unterrichts ist das differenzierte pädagogische Eingehen auf heterogene Lernausgangslagen und Bildungsbedürfnisse im Kontext der jeweiligen sozialen Gruppe: Lehrkräfte sind im inklusiven Unterricht gefordert, die individuelle Unterstützung der Lernenden ebenso zu ermöglichen wie ihre soziale Einbindung in die Lerngruppe. Die seit mehr als drei Jahrzehnten vorliegende Forschungsliteratur zum gemeinsamen Unterricht für Schüler mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf lässt hierbei zwei herausragende Schwerpunkte für die Professionalisierung von Lehrkräften erkennen: Die Planung von Unterricht sowie die Gestaltung der Leistungsbewertung. Beide Handlungsfelder sind in gemeinsamen Lerngruppen von Schülern mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf so komplex, dass sie nicht von einzelnen, sondern von mehreren kooperierenden Lehrkräften (Regelschul- und Förderschullehrkräften) und im Team zu bearbeiten sind. Die Heterogenität dieser Schülerschaft verlangt die gemeinsame mehrperspektivische Reflexion durch verschiedene Professionen, wenn Unterrichtsangebote und die jeweils zugehörigen Leistungsmaßstäbe und Formen der Leistungsbewertung zu entwickeln sind. Insofern stellt Kooperation eine zentrale Gelingensbedingung inklusiven Unterrichts dar. Aus diesen Gründen ist Kooperation für Unterrichtsplanung und Leistungsbewertung ein zentrales Thema der Professionalisierung von Lehrkräften in der Aus-, Fort- und Weiterbildung. Zugleich liegen bislang nur wenige pädagogisch-didaktische Ansätze der Unterrichtsplanung und Leistungsbewertung für heterogene Lerngruppen von Schülerinnen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf vor. Dies trifft in besonderer Weise auf die Gruppe der Schüler mit den sonderpädagogischen Förderbedarfen im Lernen und in der geistigen Entwicklung zu, die in der Mehrzahl der Bundesländer nach gesonderten Lehrplänen unterrichtet und bewertet werden. An diese Situation schließt das vorliegende Forschungsvorhaben an. Es verfolgt zwei Ziele: (1) Auf der Grundlage von zwei bereits erhobenen umfangreichen Datenbeständen wird beschrieben, welche Entwicklungsstände bei der Etablierung einer inklusiven Schul- und Unterrichtskultur mit welchen Formen der professionellen Kooperation von Regelschulkräften und sonderpädagogischen Lehrkräften hinsichtlich der Unterrichtsplanung und der Leistungsbewertung korrespondieren. (2) Auf Grundlage der unter (1) beschriebenen Analyse des schul- und unterrichtsbezogenen Kontextes der professionellen Kooperation werden an jeweils unterschiedlichen Entwicklungsstände der inklusiven Schul- und Unterrichtskultur anschlussfähige Inhalte und Strukturen der Aus-, Fort- und Weiterbildung für Regelschulkräfte und sonderpädagogische Lehrkräfte herausgearbeitet. In Bezug auf Ziel (1) werden vorliegende Interview- und Beobachtungsdaten aus zwei Stichproben sowie im Längsschnitt erhobene Leistungsbewertungen und vorliegende empirische Daten zum Entwicklungsstand einzelner Schulen im Hinblick auf inklusive Schulkultur inhaltsanalytisch ausgewertet.


Projektleitung
Sasse, Ada Prof. Dr. (Details) (Grundschulpädagogik mit Schwerpunkt Lernbereich Deutsch)

Laufzeit
Projektstart: 01/2018
Projektende: 12/2020

Forschungsbereiche
Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung

Forschungsfelder
Inklusionsforschung

Zuletzt aktualisiert 2021-04-01 um 17:44