Säkularisierung religiöser Lexik vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen – Deutsch, Polnisch, Slowakisch, Tschechisch (II.)


Im Rahmen des Projekts wird untersucht, wie ausgewählte religiöse Keywords wie beichten, Messias, Sünde immer häufiger auch in Hinblick auf profane Sachverhalte benutzt werden, wobei die Hypothese aufgestellt wird, dass diese Erscheinung ein Symptom für die Säkularisierung moderner Gesellschaft(en) ist. In dem zu erfassenden Wortschatz liegt entweder eine stabile Polysemie vor (vgl. Himmel), oder es treten im betreffenden Kontext einzelne semantische Profile deutlicher hervor (vgl. Demut, Gewissen). Letzteres ist typisch für den semantischen Wandel in statu nascendi. Es werden vier Sprachen im interlingualen Vergleich ausgewertet, in deren Sprechergemeinschaften gegenwärtig z.T. gravierende konfessionelle Unterschiede auftreten (vgl. den kulturellen Katholizismus in Polen, den Atheismus in Ostdeutschland und Tschechien). Anhand von lexikographischen Daten, nationalen Sprachkorpora, von Werbesprache, Produkten der Massenkultur etc. wird beobachtet, ob (und wie) die beschleunigte Laizisierung der Kultur und Gesellschaft nach 1989 auch eine Profanisierung der Diskurse fördert. Als Ergebnis der Forschung entsteht ein Online-Wörterbuch „Sacrum und Profanum. Religiöse Lexik in der Allgemeinsprache (Deutsch, Polnisch, Slowakisch, Tschechisch)“, welches im Internet zugänglich sein wird.


Projektleitung
Nagórko, Alicja Prof. Dr. (Details) (Seniorprofessor(inn)en und Professor(inn)en im Ruhestand)

Mittelgeber
DFG: Sachbeihilfe

Laufzeit
Projektstart: 12/2012
Projektende: 11/2014

Zuletzt aktualisiert 2022-08-09 um 23:08