Ändern Phänomene das Interesse? - Analyse der Konnotationen der Physik bei Schülerinnen und Schülern als Folge phänomenbasierten Unterrichts.


Martin Wagenscheins Appell "Rettet die Phänomene" hat die fachdidaktische Diskussion bis heute beeinflusst, weit über das Fach Physik hinaus, alle Alterstufen einschließend und stets kontrovers. Von den Befürwortern eines phänomenbasierten Unterrichts wird ein positiver Einfluss auf das Interesse unterstellt. Für diese normativ begründete und durch zahlreiche episodische Befunde gestützte Vermutung fehlt jedoch die empirische Fundierung. Lernpsychologische Untersuchungen belegen, dass die Physik bei den Schülerinnen und Schülern Konnotationen besitzt ("Physik ist schwierig, fremdbestimmt und männlich"), die eine positive Interessenentwicklung behindern. Ferner konnte gezeigt werden, dass jene Konnotationen durch ein modifiziertes Lehrangebot kurzfristig veränderbar sind. Wir erwarten, dass sich die Konnotationen auch als Folge einer Unterrichtseinheit verändern, die phänomenbasierte Konzeptualisierungen gegenüber modellbasierten favorisiert. So könnte die Zunahme des Interesses an Physik als Folge phänomenbasierten Unterrichts belegt werden. Im Rahmen des beantragten Projekts wird eine phänomenbasierte Unterrichtseinheit zur Optik entwickelt und von etwa sechs zuvor instruierten Lehrkräften in einer kontrollierten Intervention unterrichtet. In enger Kooperation mit dem Institut für Psychologie der Humboldt-Universität wird ein bewährtes Testinstrumentarium zur Erfassung impliziter Assoziationen und expliziter Äußerungen adaptiert und in einem pre-post-post Design eingesetzt.


Projektleitung
Schön, Lutz-Helmut Prof. i. R. Dr. rer. nat. habil (Details) (Didaktik der Physik)

Laufzeit
Projektstart: 12/2010
Projektende: 02/2014

Zuletzt aktualisiert 2020-20-03 um 23:05