Der polnische Dativ als Testfall für die linguistische Theoriebildung


Das Projekt untersucht die synchrone und die kurzzeitig-diachrone Syntax von Dativen (DAT) im Pol[nischen] im Vergleich zum Isl[ändischen] und Ru[ssischen] und ihre Implikationen für die allgemeine linguistische Theoriebildung. DAT ist ein besonders aufschlussreiches Phänomen an der Schnittstelle von Morphologie, Semantik und Syntax. Er tritt auf an (i) indirekten Objekten; (ii) fakultativen Argumenten von (In)transitiva (sog. "freie Dative"); (iii) Experiencer-Argumenten von psychischen oder physischen Zustandsprädikaten, Modalen, abgeleiteten (REFL[exiven]) Dekausativa und Impersonalen; (iv) Sekundärprädikaten in (Ru und Pol) eingebetteten Infinitiven; (v) unabhängigen Infinitiven (main clause infinitives – MCI) im Ru und marginal im Pol. Wir analysieren diese Phänomene und ihre empirische Variation durch linguistische Akzeptabilitätsstudien und korpuslinguistische Untersuchungen, wobei wir partiell auch ihre Produktivität einbeziehen. Daran anschließend erarbeiten wir eine Theorie der syntaktischen DAT-Lizenzierung und testen ihre Vorhersagen anhand der Fakten kurzzeitigen diachronen Wandels.


Sprecher/in
Meyer, Roland Prof. Dr. (Details) (Westslawische Sprachen)

Laufzeit
Projektstart: 01/2016
Projektende: 02/2022

Zuletzt aktualisiert 2021-04-01 um 17:43