Die Fundverteilung von Dreifuß-Dedikationen als Indikator für die Entwicklung von regionalen und überregionalen Öffentlichkeiten im frühen Griechenland (11. bis 8. Jh. v. Chr.)


Die bronzenen Dreifußkessel des geometrischen Typs stellten aufgrund ihres hohen materiellen Wertes Votive der obersten Kategorie dar. Eigene Vorarbeiten überprüften ältere Hypothesen und zeigten, dass Funde solcher Dreifüße ein klarer Indikator dafür sind, dass das jeweilige Heiligtum zum Zeitpunkt der Dedikation einen Knotenpunkt innerelitärer Kommunikation bildete. Das Ziel des Projekts besteht darin, mit einer detaillierten Fundortkartierung, die nach Typen und Zeitstellung differenziert, den räumlich zeitlichen Verlauf solcher Zentrumsbildungen zu erfassen sowie die Richtungen der Kommunikationswege und die Zusammensetzungen der jeweiligen elitären Öffentlichkeiten zu verfolgen. Eine notwendige Voraussetzung einer solchen historischen Interpretation ist eine richtige Ansprache der Dreifußfunde hinsichtlich ihrer Zeitstellung und Werkstattzusammenhänge. Dafür muss die Chronotypologie der Bronzedreifüße überarbeitet werden auf der Grundlage stratifizierter Funde vom Kerameikos und aus Lefkandi sowie der Arbeiten von H. Matthäus und B. Janietz. Das Materialkorpus von Olympia bildet den Kernbereich der Untersuchung. Die dortige Serie von über 1000 Fragmenten macht mehr als zwei Drittel aller Dreifußfunde aus und beginnt anders als zumeist angenommen nicht im 9. Jh. v. Chr., sondern bereits im späten 11. oder frühen 10. Jahrhundert. Mit dem DAI und einer von H.-J. Gehrke initiierten interdisziplinären Forschergruppe "Olympia und seine Umwelt" besteht eine enge Kooperation.


Projektleitung
Kiderlen, Moritz Dr. (Details) (Klassische Archäologie (S))

Laufzeit
Projektstart: 01/2011
Projektende: 12/2013

Publikationen
Zur Chronologie griechischer Bronzedreifüße des geometrischen Typs und den Möglichkeiten einer politisch-historischen Interpretation der Fundverteilung, in: Archäologischer Anzeiger 2010, 91-104; Greek geometric waxwork - new research on bronze tripod cauldrons, in: G. Kordas - I. Filipaki (Hrsg.), History, Technology and Conservation of Ancient Metal, Glasses and Enamels (Symposion Athen 16.-19. 11.2011) (im Druck)

Zuletzt aktualisiert 2020-19-10 um 05:47