Urbane Orte des Kulturkontakts in der Weltgesellschaft - die Rolle interkultureller Performance, Kanada, Deutschland


Wie interagieren kulturell Fremde miteinander in der Weltgesellschaft und welche Rolle spielen besondere städtische Orte für die Qualität der Begegnung? Akteure handeln in der Gegenwartsgesellschaft parallel sowohl in ihrer Kultur als auch in der interkulturellen Weltgesellschaft. Hier werden die Codes der "eigenen" Kultur, die gemeinhin ausdrucksvoll sind, unwichtiger, die Fähigkeit zur interkulturellen Interaktion aber bedeutender. Kulturkontakt nach dem Verständnis von Gregory Bateson vollzieht sich u.a. als kurzfristige und flüchtige Performance von Gestik, Mimik und Bewegung in der Interaktion zwischen Fremden. Diese Begegnungen - so die leitende These des Projekts - sind trotz ihrer Flüchtigkeit bedeutend für Städte. Sie schaffen kurzfristige urbane Orte, die von uns mit dem neuen Begriff "situative Orte" bezeichnet werden. Es sind diese temporären Orte der Begegnung, die den Charakter und den Habitus der Stadt bestimmen. Das Ziel des Forschungsprojektes ist es, über die empirische Arbeit mit Videoaufnahmen und Interviews in den zwei Städten Vancouver und Berlin zu einer gegenstandsbezogenen Theoriebildung zu gelangen, um die Bedeutung körperlicher Performance in der Interaktion zwischen kulturell Fremden für "situative Orte" theoretisch zu ergründen.


Projektleitung
Helbrecht, Ilse Prof. Dr. (Details) (Kultur- und Sozialgeographie)

Mittelgeber
DFG: Sachbeihilfe

Laufzeit
Projektstart: 11/2009
Projektende: 06/2013

Publikationen
siehe Homepage von Ilse Helbrecht mit aktueller Publikationsliste: www.geographie.hu-berlin.de/Members/helbrecht_ilse/publications

Zuletzt aktualisiert 2022-09-09 um 01:05