Agricultural Land Markets – Efficiency and Regulation

Die Preise für landwirtschaftliche Flächen sind weltweit in den letzten
Jahren kontinuierlich gestiegen. Dieser Anstieg wird neben vielen
anderen Faktoren auf eine wachsende Nachfrage durch
nichtlandwirtschaftliche Investoren zurückgeführt. Vor diesem
Hintergrund findet in vielen Ländern der Europäischen Union eine
politische Debatte darüber statt, ob bestehende Regulierungen
landwirtschaftlicher Bodenmärkte ausreichend sind oder ob sie zum
Schutz einer nachhaltigen Landwirtschaft verschärft werden sollen. In
diesem Zusammenhang stellen sich eine Reihe wissenschaftlicher
Fragen, die im Rahmen der Forschergruppe FORLand beantwortet
werden sollen. Zum einen geht es darum, die Funktionsweise und die
Effizienz landwirtschaftlicher Bodenmärkte zu verstehen, zu bewerten
und darauf aufbauend den Bedarf an staatlichen Eingriffen in diese
Märkte abzuleiten. Zum anderen sollen existierende und
vorgeschlagene Instrumente zur Bodenmarktregulierung einer
Wirkungsanalyse und einer Bewertung unterzogen werden. Dabei
sind nicht nur unmittelbare Auswirkungen, wie Preise und deren
zeitlich-räumliche Entwicklung, sondern auch indirekte Auswirkungen,
insbesondere umweltrelevante Aspekte, zu berücksichtigen. Eine
Wirkungsanalyse muss zudem eine Vielzahl externer Einflussfaktoren
einbeziehen, wie zum Beispiel technologische Fortschritte oder
Flächenentzug durch alternative Landnutzung. Konkrete
Forschungsfragen lauten: Wie lassen sich ökonomische Konzepte zur
Beurteilung von Markteffizienz auf landwirtschaftliche Bodenmärkte
übertragen und anpassen? In welchem Verhältnis stehen Kauf- und
Pachtmärkte zueinander? Gibt es Unterschiede zwischen
Eigentümern und Pächtern in Bezug auf die Nutzungsintensität und
die Nachhaltigkeit der Landbewirtschaftung? Welchen preistreibenden
Einfluss haben nichtlandwirtschaftliche Investoren? In welchem
Zusammenhang stehen Bodenmärkte und Agrarstrukturwandel?
Welchen moralischen Prinzipien sollten die Ergebnisse von
Bodenmärkten genügen? Die Diversität der Forschungsfragen
erfordert einen multidisziplinären Ansatz, der neben Agrarökonomie,
Ökonomie, Ökonometrie auch Soziologie, Geografie und Ethik
einschließt. Die Verknüpfung empirischer und theoretischer Analysen,
die Anwendung innovativer ökonometrischer Verfahren, die Nutzung
einer breiten empirischen Datenbasis, die Kombination qualitativer
und quantitativer Ansätze sowie die Ergänzung ökonomischer
Modelle durch soziologische und ethische Konzepte tragen zu einem
umfassenden Verständnis der komplexen Zusammenhänge auf
landwirtschaftlichen Bodenmärkten bei.

Projektleitung
Odening, Martin Prof. Dr. agr. habil. (Details) (Allgemeine Betriebslehre des Landbaus)

Mittelgeber
DFG: Forschergruppen

Laufzeit
Projektstart: 08/2020
Projektende: 07/2023

Forschungsbereiche
Agrar-, Forstwissenschaften und Tiermedizin, Agrarökonomie und -soziologie, Lebenswissenschaften

Zuletzt aktualisiert 2020-26-08 um 15:10