XXI. Deutsch-Polnisches Verwaltungskolloquium

Das Deutsch-Polnische Verwaltungskolloquium ist eine sehr prominente Diskussionsplattform im Öffentlichen Recht
(Verfassungs- und Verwaltungsrecht, später auch Europarecht).

Es zeichnet sich durch seine besondere Kontinuität aus, die unterschiedliche und auch sehr schwierige Phasen der
deutsch-polnischen Beziehungen überdauert hat. Gegründet in den 1970er Jahren (daher der „unpolitische”, heute
etwas sperrige, aber zum Verweis auf die Tradition aufrechterhaltene Name), ermöglichte das Kolloquium einen
unabhängigen fachlichen Austausch im Öffentlichen Recht durch den „Eisernen Vorhang” und hatte insoweit ein
Alleinstellungsmerkmal. Viele seinerzeit junge polnische Wissenschaftler konnten durch die mehrfache Teilnahme am
Kolloquium in der Wissenschaft vom Öffentlichen Recht auf internationalem Niveau Fuß fassen. Eine Reihe polnischer
Humboldt-Stipendiaten sind aus diesem Kreis hervorgegangen. In Deutschland ist das Kolloquium ebenfalls ein
wichtiges Profilierungsforum für die jüngeren Wissenschaftler*innen, aber auch eine Plattform für den Gedankenaustausch in kleinerem Kreis und insoweit für die Entwicklung neuerer Ideen und Projekte ideal. In neuerer Zeit ist die politische Dimension für die polnischen Teilnehmer*innen wieder wichtig geworden: Einige Teilnehmer*innen sind bis vor kurzem als Mitglieder des Polnischen Verfassungsgerichts für die Aufrechterhaltung des Rechts- und Verfassungsstaates in Polen eingetreten. Diese Zielrichtung wird von deutscher Seite nachhaltig unterstützt.

Das Kolloquium, an dem sich 20 polnische und 20 deutsche Wissenschaftler*innen beteiligen, findet alle zwei Jahre im September statt, alternierend in Polen und Deutschland. Nach dem Kolloquium im September 2017 in Warschau wird es 2019 vom Antragsteller gemeinsam mit dem Warschauer Verantwortlichen am Walter Hallstein-lnstitut für
Europäisches Verfassungsrecht der Juristischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin organisiert. Unter den
polnischen Teilnehmer*innen sind weitere Wissenschaftler*innen der beiden polnischen Partneruniversitäten Warschau und Breslau. Das Kolloquium erstreckt sich über drei Tage.

Projektleitung
Ruffert, Matthias Prof. Dr. (Details) (Öffentliches Recht / Öffentliches Recht und Europarecht)

Mittelgeber
Fritz Thyssen Stiftung

Laufzeit
Projektstart: 05/2019
Projektende: 09/2020

Zuletzt aktualisiert 2020-30-09 um 12:43