Anpassung an kritische Lebensereignisse: Eine Lerngelegenheit für die Einen und ein Weg in die Depression für die Anderen?

Das vorgeschlagene Projekt hat zwei Forschungsabsichten. Erstens soll ein Mechanismus untersucht werden, welcher der Entwicklung von Stressregulation, aber auch im allgemeineren Sinne der Entwicklung von Wohlbefinden dienen könnte. Grundlegend ist dabei die Idee, dass sich eine moderate Stressexposition fördernd auf Entwicklungsverläufe auswirkt, weil sie zu Expertise im Umgang mit Schwierigkeiten führt. Diesen Mechanismus bezeichne ich als Kapazitäts-bildenden Mechanismus. Zweitens wird ein Kapazitäts-mindernder Mechanismus im Zusammenhang mit Stressexposition untersucht. Im Zentrum stehen dabei exekutive Funktionen, die für die Regulation von Stress und Emotionen bedeutsam sind. Stressexposition führt zeitnah zu hirnphysiologischen Veränderungen, die auch präfrontale Regionen betreffen. Diese Regionen sind für exekutive Funktionen und Emotionsregulation bedeutsam. Es wird untersucht, ob ein Zusammenhang zwischen Stressexposition und Stressregulation im Alltag dadurch mediiert wird, dass es zu Veränderungen auf neuronaler Ebene kommt. Das Forschungsvorhaben soll zum Verständnis von Plastizität und pathologischen Entwicklungsverläufen beitragen. Stress wird als eine Chance verstanden, die einen Zugewinn an Kapazitäten bedeuten kann, aber auch eine Bürde, die im schlimmsten Fall psychopathologische Konsequenzen hat.

Sprecher/in
Brose, Annette Dr. (Details) (Nachwuchsgruppen)

Mittelgeber
DFG: Nachwuchsgruppe

Laufzeit
Projektstart: 11/2018
Projektende: 04/2020

Zuletzt aktualisiert 2020-26-11 um 10:56