Akustisches Monitoring von Brutvögeln auf Wiedervernässungsflächen in der Peenetal-Landschaft

Auf einer im Rahmen des vom BMU finanzierten Naturschutzgroßprojektes Peenetal / Peene-Haff-Moor renaturierten Talmoorfläche (Polder Große Rosin am Kummerower See) soll modellhaft ein System eines bioakustischen Monitorings von Leitvogelarten etabliert werden. Das Monitoring erfolgt begleitend zum für das Gebiet derzeit laufenden Ausweisungsverfahren als Naturschutzgebiet.
Mit einem Mikrofonarray soll eine Langzeiterfassung der nächtlichen akustischen Aktivität von Rallen und Dommeln während der Brutzeit aufgezeichnet werden. Durch die Entwicklung geeigneter Softwarealgorithmen wird auf der Grundlage der Aufzeichnungen die Anwesenheit der Zielarten dokumentiert. Die gewählte Mikrofonanordnung soll es ermöglichen, die einzelnen Rufer zu lokalisieren und somit eine Karte der räumlichen Verteilung der Zielarten im Gebiet zu erstellen. Die Verifizierung der Ergebnisse erfolgt mittels Kartierung durch einen unabhängigen Beobachter. Über einem Zeitraum von 3 Jahren soll somit die Bestandsentwicklung von 6 Rote Liste Arten (Tüpfelralle, Kleinralle, Zwergralle, Wachtelkönig, Rohrdommel und Zwergdommel) dokumentiert werden, deren Erfassung auf traditionellem Weg sehr zeitaufwendig ist. Nach Abschluss des Projektes ist zu erwarten, dass das Monitoring langfristig mit geringem Mittelaufwand fortgeführt werden kann. Damit soll mit innovativen Methoden sowohl der Erfolg der Naturschutzmaßnahme dokumentiert werden als auch die Dynamik der Veränderungen unmittelbar nach Unterschutzstellung. Der dabei entwickelte Lösungsansatz einer nichtinvasiven, beobachterunabhängigen Methode eines automatisierten Dauermonitorings kann in der Perspektive über das Erfassungsgebiet hinaus eine breite Anwendung für das Monitoring von FFH-Arten in anderen großflächigen offenen Gebieten wie Niedermoore und Heidegebiete finden.

Projektleitung
Frommolt, Karl-Heinz Dr. (Details) (Tierstimmenarchiv)

Mittelgeber
Deutsche Bundesstiftung Umwelt

Laufzeit
Projektstart: 04/2008
Projektende: 03/2011

Zuletzt aktualisiert 2020-09-03 um 17:13