Ägyptische und koptische Kunst als Inspirationsquelle des deutschen Expressionismus

Über den Einfluss, den Werke der außereuropäischen Kunst auf das Schaffen Ernst Ludwig Kirchners und der übrigen Mitglieder der Künstlergruppe »Brücke« und anderer Vertreter des deutschen Expressionismus ausübten, ist zwar viel geschrieben worden, das Interesse richtete sich dabei jedoch vorrangig auf die Rezeption ozeanischer und afrikanischer Skulptur durch Kirchner, Erich Heckel, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff, auf die am deutlichsten im Werk Kirchners aufscheinende Faszination für die frühbuddhistischen Fresken der Höhlentempel im indischen Ajanta, sowie auf die unmittelbar vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs durchgeführten Südseereisen von Pechstein und Emil Nolde.


Infolge der Zuordnung teilweise unpublizierter Skizzen Kirchners nach ägyptischen und koptischen Altertümern aus Berliner Beständen und der Identifizierung ägyptischer Objekte auf anderen seiner Werke, hat sich herausgestellt, dass der vorislamischen Kunst Ägyptens in seinem künstlerischen uvre eine bei weitem gewichtigere Bedeutung zukommt als gemeinhin angenommen wird.


Ins Auge gefasst ist eine gemeinsame Ausstellung der entsprechenden antiken und modernen Originalkunstwerke.


Projektleitung
Kammerzell, Frank Prof. Dr. (Details) (Archäologie und Kulturgeschichte Nordostafrikas I)

Laufzeit
Projektstart: 01/2006
Projektende: 12/2007

Forschungsfelder
Ägyptenrezeption, ägyptische Kunst, Coptic Art, Egyptian Art, Expressionism, Expressionismus, Kirchner, Ernst Ludwig (1880-1938), koptische Kunst, Modern Art, Moderne Kunst

Publikationen

Kammerzell, Frank. 2006. Ernst Ludwig Kirchner, Ägyptisches und Koptisches, in: jn.t Dr.w. Festschrift für Friedrich Junge, hrsg. von Gerald Moers, Heike Behlmer, Katja Demuß und Kai Widmaier, 2 Bde., Göttingen: Seminar für Ägyptologie und Koptologie, II 345-381 mit Tf. VI-VIII



Kammerzell, Frank & Hanna Strzoda. 2007. Kirchners Plakatentwurf zur Ausstellung »Deutsche Graphik« im Kunstsalon Wolfsberg Zürich, in: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 2007, 195-214


Zuletzt aktualisiert 2020-09-03 um 17:10