FG 986: Strukturwandel im Agrarsektor - Teilprojekt 11: Kooperative und hierarchische Erscheinungsformen institutionellen Wandels (SIAG)

Diese Arbeit bildet ein Teilprojekt in einer DFG-Forschungsgruppe, in dem es darum geht, in exemplarischer Weise das teils komplementäre, teils synergetische Auftreten institutioneller Diversität und polyzentrischer Governance-Strukturen im Agrarstrukturwandel zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Frage, ob und inwieweit die zu beobachtende Zunahme der Diversität von Institutionen und der Polyzentrizität von Governance-Strukturen als ein Ergebnis der Wahl zwischen Regeln und Organisationsformen mit integrativem und segregativem Charakter erklärt werden kann. Dies wird am Beispiel des Anbaus gentechnisch veränderter Organismen (GVO) und der damit einhergehenden Herausbildung kooperativ organisierter gentechnikfreier Regionen (GFR) diskutiert. Die Entwicklung von institutioneller Diversität und polyzentrischer Governance in einzelnen Regionen ist wesentlich geprägt durch Ausstattung und Merkmale des jeweiligen Sozial- und Naturkapitals. Zur Variation von Sozialkapitalmerkmalen werden im Teilprojekt Regionen in Ost- und Westdeutschland ausgewählt, insbesondere auch vor dem Hintergrund der Hypothese, dass sozialistische Gesellschaftsformen die Eigenschaften der Akteure anders geprägt haben als pluralistische. Unterschiede der Transaktionseigenschaften ergeben sich des Weiteren durch eine Differenzierung der gewählten Regionen nach der GVO-Problematik, der Bodenqualität, der Gestalt der Landschaft und den Anbaustrukturen. Von besonderem Interesse ist es, inwieweit problemangepasste Governance-Modi entstehen, die sich durch eine Spezifität und Vielfalt ihrer Komponenten sowie besondere Verflechtungen auszeichnen. Methodisch wird als forschungsleitende Heuristik das Analytical Framework der „Institutions of Sustainability“ (IOS) verwendet. Innerhalb dieses Rahmens werden Theorien institutionellen Wandels, Sozialkapitalkonzepte und Governance-Ansätze verwendet. Eine weitere Grundlage bilden das „Institutional Analysis and Development Framework“ (IAD), und das Konzept der Integrativen und Segregativen Institutionen (ISI). Die empirischen Verfahren umfassen zunächst explorative Befragungen und vertiefende Fallstudien zur Erfassung der Eigenschaften der Transaktionen und Charakteristika der Akteure in GFR-Gebieten sowie die (Re)Konstruktion von relevanten Entscheidungssituationen und Verhandlungsspielen auf der Grundlage der zuvor gewonnenen Daten.

Projektleitung
Hagedorn, Conrad Prof. Dr. Dr. h.c. (Details) (Forschergruppen)

Mittelgeber
DFG: Forschergruppen

Laufzeit
Projektstart: 08/2007
Projektende: 09/2011

Forschungsfelder
gentechnisch veränderte Organismen, Institutioneller Wandel, Kooperation, Naturkapital, Organisationsformen, Sozialkapital

Zuletzt aktualisiert 2020-09-03 um 17:06