FG 391: Bild-Schrift-Zahl - Teilrpjekt G: Musik und Mathematik

Ziel der Forschergruppe "Bild-Schrift-Zahl" war und ist es, die drei elementaren Kulturtechniken des Zeigens, Schreibens und Rechnens in ihren historischen Kombinationen und Transformationen zu erforschen.



Daher ist es von der Sache her geboten, sich der Grundlegung der europäischen Wissenschaften bei den Griechen zu versichern. Es waren Pythagoras von Samos und seine Schüler in Unteritalien, die mit den Grundbegriffen der Musiktheorie (Harmonie, Oktave, Intervall) die Mathematik als eine Wissenschaft allgemeiner Gesetze geschaffen haben. Auf diesem Wege wurden die Wissenschaften als kulturtechnische Gemeinschaftspraxis begründet, wie sie bis heute an Schulen, Akademien und Universitäten weitergeführt werden.



Die griechische Schrift selber, dies erste und einzige Vokalalphabet der Geschichte, scheint einer neuen These zufolge der Grund zu sein, weshalb Gesang und Musik zur Sache eines Schreibens und eines Rechnens werden konnten. Beide setzten dieselbe Kulturtechnik ein, weil griechische Ziffern eine Obermenge des Alphabets waren.



Umgekehrt entstand die Geometrie als von der Arithmetik getrenntes wissenschaftliches Bild der Dinge aus einer fundamentalen Entdeckung der Pythagoreer, da nämlich nicht alle Intervalle bzw. geometrischen Strecken rational sind. Wenn aber Arithmetik und Geometrie in dieser ihrer Komplementarität alles, "was" überhaupt "ist", im Wesen zu fassen vermögen, schließen Bild, Schrift, Zahl zu einer Ontologie zusammen.


Projektleitung
Kittler, Friedrich Prof. Dr. phil. (Details) (Forschergruppen)

Mittelgeber
DFG: Forschergruppen

Laufzeit
Projektstart: 04/2004
Projektende: 03/2006

Zuletzt aktualisiert 2020-10-03 um 23:20