Action control in patients with schizophrenia or obsessive-compulsive disorder (continuation)

Das vorgestellte Projekt untersucht Beeinträchtigungen der willentlichen Handlungskontrolle bei Patienten mit Schizophrenie (SZ) oder Zwangsstörungen (OCD). Frühere Studien haben gezeigt, dass SZ-Patienten im Vergleich zu Gesunden größere Latenzen bei willkürlichen Sakkaden jedoch nicht bei reizgesteuerten Sakkaden haben. In Übereinstimmung mit bekannten Schizophrenie-Theorien könnten diese Befunde ein Defizit in der willkürlichen Initiierung von Handlungen widerspiegeln. Um diese Annahme zu validieren, sollten im ersten Teil des Projektes die früheren Befunde repliziert, die Rolle endogener Aufmerksamkeitsprozesse untersucht und elektrophysiologische Indikatoren einer verlangsamten Initiierung von Handbewegungen überprüft werden. Zusätzlich wurden vorläufige Hinweise auf ein ähnliches Defizit bei Patienten mit OCD aufgegriffen und spezifische Hypothesen zur volitionalen Sakkadengenerierung bei dieser Patientengruppe überprüft. In drei Studien wurde gezeigt, dass 1.) Willkürsakkaden auch bei Patienten mit Zwangsstörungen verlängerte Latenzen aufweisen, 2.) eine erhöhte Latenz des lateralisierten Bereitschaftspotenzials (LRP) bei SZ-Patienten eine verlangsamte Initiierung von Handbewegungen widerspiegelt sowie 3.) endogene Aufmerksamkeitsprozesse und willkürliche Sakkadeninitiierung dissoziierbar sind. Jedoch konnte der Befund, dass SZ-Patienten vergößerte Willkürsakkadenlatenzen aufweisen, nicht repliziert werden. Ein Vergleich mit der Literatur lässt vermuten, dass das Ausblenden eines zentralen Fixationsreizes, das in dieser Studie als imperativer Reiz verwendet wurde, das vermutete Defizit in der volitionalen Sakkadeninitiierung kompensieren kann. Im Verlängerungsantrag wird vorgeschlagen, dass diese Hypothese durch Untersuchung des bekannten fixation offset effect (FOE) bei SZ-Patienten, OCD-Patienten und gesunden Kontrollpersonen untersucht werden soll. Weitere neue Experimente beziehen sich auf die Hypothese, dass Beeinträchtigungen in der willkürlichen Sakkadeninitierung darauf basieren, dass die Patienten Defizite aufweisen, ihre (okulomotorische) Handlungsbereitschaft anzupassen. Schließlich soll die Annahme einer beeinträchtigten willkürlichen Handlungsinitiierung bei Zwangspatienten durch Messung von LRPs in manuellen Reaktionsaufgaben überprüft werden.

Projektleitung
Reuter, Benedikt Dr. rer. nat. (Details) (Klinische Psychologie)

Mittelgeber
DFG: Sachbeihilfe

Laufzeit
Projektstart: 11/2010
Projektende: 11/2012

Publikationen
Kloft, L., Reuter, B.; Riesel, A.; Kathmann, N. (2011). Impaired volitional saccade control: first evidence for a new endophenotype in obsessive-compulsive disorder. Manuscript submitted for publication.

Zuletzt aktualisiert 2020-11-03 um 23:12