Das Verhältnis zwischen Grammatik und Gebrauch: Nullsubjekte und Subjektposition im Spanischen und Persischen

Das Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung eines Modells zur Beziehung von grammatischem System und Sprachgebrauch. Anhand von quantitativen Studien werden zwei Phänomene in der 'subjekt-prominenten' Sprache Spanisch und in der 'topik-prominenten' Sprache Persisch untersucht: Variation zwischen Nullsubjekt und overtem Subjektpronomen, sowie Variation zwischen prä- und postverbaler Subjektposition. Diese Phänomene wurden in der Literatur miteinander in Verbindung gebracht.

Eine Grundannahme des Projekts ist die klare Trennung von Grammatik und Gebrauch, wobei beide konstitutive Elemente der menschlichen Syntax sind. Die Informations­struktur wird hierbei als Bindeglied gesehen. Die zentrale Fragestellung ist somit wie Grammatik und Gebrauch zueinander in Beziehung stehen und welche Rolle jedes Element in der Syntax spielt. Die Arbeitshypothese ist, dass zwischen Grammatik- und Gebrauchsregeln zu unterscheiden ist. Erstere führen zu eindeutigen, absoluten, Letztere zu probabilistischen Vorhersagen.

Die empirische Grundlage bildet die Datenbank sgs, die der Antragsteller im Wesentlichen im Rahmen seines Emmy Noether Stipendiums aufgebaut hat und die nun verwertet und weiter optimiert wird. Diese Datenbank beinhaltet spontansprachliche Daten, gradierte Akzeptabilitäts­urteile und soziale Informationen aus vier Sprachen. Insbesondere enthält sie Daten von 152 Sprechern des Spanischen und Persischen. Der Ansatz ist somit sprachvergleichend und baut auf der Komplementarität verschiedener Typen linguistischer Evidenz auf.

Projektleitung
Adli, Aria Prof. Dr. (Details) (Romanische Sprachen (Französisch))

Mittelgeber
DFG: Sachbeihilfe

Laufzeit
Projektstart: 07/2013
Projektende: 06/2015

Zuletzt aktualisiert 2020-16-03 um 23:20