Totenkult im Tempelgrab - zur Rekonstruktion funerärer Praktiken im spätzeitlichen Theben (Ägypten)

Gegenstand des Projekts Totenkult im Tempelgrab sind besonders signifikante Elemente im Wesen und in der Entwicklung des ägyptischen Totenkults im 1. Jahrtausend v. Chr. Dabei wird exemplarisch vom Grab des Anch-Hor (6. Jahrhundert v. Chr.) im Asasif, einem Teil¬bereich der thebanischen Nekropole, ausgegangen. In diesem Areal kam es während der Spätzeit (722 v. Chr. bis 332 v. Chr.) zu einer Blütezeit für Elitebestattungen. Die höchsten Beamten wurden wie Anch-Hor in sehr spezifischen Anlagen bestattet, die unter dem Namen Tempelgräber bekannt sind, da ihre äußere Form und ihr innerer Aufbau an Heiligtümer für Gottheiten erinnern.
Anhand der Dokumentation und Analyse der Funde aus dem Grab des Anch-Hor sollen eruiert werden: (1) mögliche Beziehungen zwischen dem spezifischen Totenkult und der Grabarchitektur der Spätzeit, (2) Besonderheiten des Totenkults in einem Tempelgrab im Unterschied zu Kulthandlungen in vorangehenden Perioden, (3) Textzeugnisse und bildliche Darstellungen, die den materiellen Befund zur Rekonstruktion der funerären Praxis in Tempelgräbern unterstützen sowie (4) die diachrone Entwicklung ritueller Handlungen im Grab des Anch-Hor bis ins 3. Jahrhundert v. Chr.

Projektleitung
Kammerzell, Frank Prof. Dr. (Details) (Archäologie und Kulturgeschichte Nordostafrikas I)

Mittelgeber
Sonstige Stiftungen

Laufzeit
Projektstart: 08/2010
Projektende: 12/2011

Publikationen
Budka, J. (im Druck): Totenkult im Tempelgrab. Zu rituellen Handlungen in Elitegräbern des 1. Jahrtausends v. Chr. in Theben (Ägypten), in: G. Thür (Hg.), Grabrituale und Jenseitsvorstellungen, Origines 3, erscheint Wien 2012: Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Zuletzt aktualisiert 2020-17-03 um 23:20