Begrünung von Straßenmittelstreifen durch gebietsheimische Pflanzen mit großer Toleranz gegenüber urbanen Stressoren

Auf Straßenmittelstreifen in Berlin soll modellhaft die Einführung von einheimischen Artenmischungen in das bestehende Sortiment geprüft werden. Dazu müssen zunächst ein passender, in all seinen Eigenschaften zu beschreibender Standort gefunden werden und den spezifischen Standortgegebenheiten angepasste Pflanzenarten miteinander vergesellschaftet werden. Die zu entwickelnden Pflanzengesellschaften sollen einen gewissen Anteil von bereits etablierten sowie neuen einheimischen Pflanzen enthalten. Für die ausgewählten Pflanzenarten wurden bereits die Beschaffungsquellen eruiert, denn die Arten besitzen keine oder nur eine geringe Verbreitung am Markt. Neben den Modellflächen werden in pflanzenbaulichen Versuchen unter kontrollierten Bedingungen Wachstum und Konkurrenzverhalten der Pflanzen in den verschiedenen Mischungen untersucht. Die Einführung neuer einheimischer Pflanzen kann neben dem Ziel der Erhöhung der Biodiversität in urbanen Räumen auch zu einem tatsächlichen Schutz bestimmter Pflanzenarten dienen. Nach dem Prinzip „Schützen durch Nützen“ sind bereits in der Vorstudie auch solche Arten ausgewählt worden, die entweder teilweise oder auch deutschlandweit in ihrem Bestand gefährdet sind. Eine Einführung in das bestehende Pflanzensortiment könnte so zu einer Verbesserung des Bestandsstatus der jeweiligen Art führen. Nicht zuletzt zieht eine Umgestaltung des Sortiments in Richtung einheimischer Pflanzen auch eine Veränderung verschiedener Standortfaktoren nach sich. Die Beschreibung und Wertung dieser Veränderungen mithilfe von Bioindikatoren sind weitere Bestandteile dieses Vorhabens. Neben den Zielen von Umwelt- und Naturschutz müssen die geplanten Maßnahmen sowohl wirtschaftlich vertretbar sein als auch auf Anwenderseite akzeptiert werden. Auch sollen die gewonnenen Erkenntnisse daraufhin geprüft werden, wie eine Übertragbarkeit auf andere urbane Extremstandorte möglich ist. Die Maßgabe für das Projekt ist nicht nur die Auswahl in Deutschland einheimischer Pflanzenarten, sondern die Verwendung von gebietseigenem Vermehrungsmaterial.

Projektleitung
Ulrichs, Christian Prof. Dr. rer. nat.; Dr. rer. agr. (Details) (Urbane Ökophysiologie)
Blievernicht, Armin (Details) (Urbane Ökophysiologie)

Weitere Projektbeteiligte
Irrgang, Stefan (Details) (Urbane Ökophysiologie)
Zander, Matthias (Details) (Urbane Ökophysiologie)

Beteiligte Organisationseinheiten der HU

Mittelgeber
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Laufzeit
Projektstart: 03/2017
Projektende: 12/2020

Forschungsbereiche
Agrar-, Forstwissenschaften und Tiermedizin

Zuletzt aktualisiert 2020-28-10 um 09:47