Bernstein-Netzwerk Förderung: Bernstein Sparks Workshop on Active Perceptual Memory

Seit Jahrzehnten ist das perzeptuelle Gedächtnis aufgrund seines grundlegenden Beitrags zu intelligentem Verhalten und Kognition von herausragendem Interesse. Heute ist Forschung im Bereich des perzeptuellen Gedächtnisses das wahrscheinlich erfolgreichste Feld der kognitiven Neurowissenschaften. Des Weiteren zeigen sich faszinierende, noch weitgehend nicht untersuchte Interaktionen mit einer weiteren Kernfunktion des Gehirns - der aktiven Bewegungskontrolle. Dieser Workshop zielt darauf ab, einen neuen Blickwinkel auf das perzeptuelle Gedächtnis voranzubringen, der die Rolle unseres Handelns als grundlegend dafür betrachtet was wir erinnern und was wir vergessen. Ein Paradigmenwechsel hin zu aktivem Verhalten hat zu einem enormen Fortschritt in der Erforschung der sensorischen Verarbeitung geführt. Menschen lassen sich aktiv auf ihre Umwelt ein. Entsprechend ihrer aktuellen Ziele wählen sie ihre Handlungen und führen diese durch. Konvergierende Hinweise aus der Psychophysik bis hin zu Einzelzellableitungen zeigten, dass Handlungen, wie beispielsweise zielgerichtete Augen- oder Beinbewegungen, die laufende sensorische Verarbeitung massiv modulieren und erhebliche Beschränkungen für die funktionelle Architektur des Gehirns mit sich bringen. Eine wichtige Eigenschaft unserer Sinnessysteme ist, dass sie mit einem bemerkenswerten Mechanismus ausgestattet sind, um Repräsentationen vergangener sensorischer Ereignissen auf Zeitskalen von Millisekunden bis zu einer Lebenszeit aufrechtzuerhalten - eine Hauptvoraussetzung höherer kognitiver Funktionen. Das Ziel dieses Workshops ist es die jüngsten Entwicklungen in den Bereichen perzeptuelles Gedächtnis und aktive Wahrnehmung zusammenzubringen, um sich die zahlreichen potenziellen empirischen und theoretischen Schnittstellen zwischen diesen Forschungsfeldern zunutze zu machen. Die Organisatoren erwarten, dass der Workshop folgende drei Hauptziele erfüllt. Erstens wird der duale Fokus Impulse für einen ökologisch validen Ansatz zum Verständnis des perzeptuellen Gedächtnisses geben. Zweitens wird das Zusammenbringen führender Experten aus der experimentellen Forschung und aus dem Bereich computational modeling Einschränkungen für Theorien zum sensorischen Gedächtnis hervorbringen und fehlende Experimente identifizieren, die bestehende Annahmen widerlegen können. Drittens werden fokussierte Tutorien den Teilnehmern helfen kritische Fragen aus computationaler Sicht zu behandeln.

Projektleitung
Rolfs, Martin Prof. Dr. (Details) (Allgemeine Psychologie - Aktive Wahrnehmung und Kognition (S))

Mittelgeber
Privat/ Mittelgeber alte Bundesländer

Laufzeit
Projektstart: 10/2015
Projektende: 12/2018

Zuletzt aktualisiert 2020-19-03 um 23:11

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