Entwicklung eines integrierten Düngungs- und Bewässerungsmanagement für den geschützten Anbau gartenbaulicher Kulturen unter Nutzung nicht-invasiver Sensorik

Im Rahmen der zukünftigen Zusammenarbeit soll das Düngungs- und Bewässerungsmanagement für den geschützten Anbau von Gemüsekulturen in China unter Nutzung von nicht-invasiven Sensortechnologien optimiert werden. Dabei kann auf langjährige Erfahrungen am Fachgebiet Biosystemtechnik zurückgegriffen werden. Die für mitteleuropäische Klimabedingungen und Pflanzenkulturen (v.a. Gurke, Tomate, Salat und Paprika) entwickelten Steuerungs- und Regelungsalgorithmen sollen an die Voraussetzungen im chinesischen Gemüsebau angepasst werden. Dabei sind neben kulturspezifischen Besonderheiten (z.B. Melone und Aubergine) auch die divergierenden technischen Produktionsvoraussetzungen zu beachten. Ausgehend von einer breit angelegten Bestandsaufnahme in mehreren chinesischen Provinzen (u.a. Shandong, Guizhou, Shanghai) sollen Methoden für eine wasser- und nährstoffeffiziente Kulturführung im geschützten Gemüsebau erarbeitet werden. Für 2016 ist eine einwöchige Reise von drei Wissenschaftlern der Humboldt-Universität nach China vorgesehen. Hierbei sollen an der Shanghai Jiao Tong University im Rahmen eines Kolloquiums gegenseitig aktuelle Forschungsarbeiten vorgestellt und Möglichkeiten der zukünftigen Zusammenarbeit erörtert werden. Hier gibt es bereits erste Kontakte mit Prof. Qingliang Niu, der an gemeinsamen Projekten zur effizienteren Nährstoff- und Wassernutzung gärtnerischer Kulturen interessiert ist. Des Weiteren soll die Shandong Agricultural University (SDAU) besucht werden, die mit über 30.000 Studenten zu den wichtigsten Agraruniversitäten Chinas gehört. Hier liegt der Fokus in der Kontaktaufnahme vor allem mit chinesischen Kollegen am College of Horticulture Science and Engineering. Im ersten Quartal 2017 ist ein Gegenbesuch chinesischer Wissenschaftler in Deutschland vorgesehen, zu dem neben der Humboldt-Universität auch weitere Einrichtungen der Agrarforschung im Großraum Berlin/Brandenburg vorgestellt werden sollen (u.a. Leibniz-Institute ATB Potsdam-Bornim und IGZ Großbeeren). Im zweiten Halbjahr 2017 ist ein zweiwöchiger Forschungsaufenthalt von zwei Wissenschaftlern der HU in China vorgesehen. Hier sollen gemeinsame Projektanträge konkretisiert und im Rahmen von Voruntersuchungen erste Datenerhebungen durchgeführt werden. Dazu sind Reisen in mehrere große Gemüseanbaugebiete vorgesehen. Im zweiten Quartal 2018 ist ein dreiwöchiger Forschungsaufenthalt chinesischer Wissenschaftler an der HU vorgesehen. Hier sollen mögliche Anträge im Rahmen des EU-Programms Horizon 2020 fertiggestellt werden. Gleichzeitig ist eine Einarbeitung in das an der HU entwickelte Pflanzen-Monitoring-System (Bermonis) zur Erfassung von Phytosignalen vorgesehen, welche an die chinesischen Produktionsbedingungen angepasst werden soll und auch zur Klimaregelung im Gewächshaus genutzt werden kann. Darüber hinaus sollen neue Ansätze für geschlossene Wasser- und Nährstoffkreisläufe im geschützten Anbau entwickelt werden, die im Rahmen der weiteren Zusammenarbeit ausgebaut werden können.

Projektleitung
Schmidt, Uwe Prof. Dr. (Details) (Fachgebiet Biosystemtechnik)

Mittelgeber
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Laufzeit
Projektstart: 08/2016
Projektende: 12/2017

Forschungsbereiche
Pflanzenbau und Agrartechnik

Forschungsfelder
Big Data

Zuletzt aktualisiert 2020-01-06 um 17:29