Konferenz: Fremde und Andere: die aktuellen Herausforderungen von Identität und Migration

Die Konferenz soll sich mit dem Bild des „Anderen“ und unserem Umgang mit diesem am Beispiel der verstärkten Migration aus dem Mittleren Osten und Afrika nach Europa, insbesondere nach Deutschland beschäftigen. Es wird diskutiert inwiefern diese bereits bestehende Spannungsverhältnisse in den Bereichen des Rechts, der Politik, Religion und Kultur verstärkt. Hierbei dreht sich ein Großteil der öffentlichen Diskussion dieser Spannungsverhältnisse um das Konzept der Identität und den Umgang mit „Anderen“. Hierfür gibt es keine einfachen sofortigen Lösungen, da der Umgang mit den Herausforderungen durch liberale „universalistische“ Theorien nicht zufrieden stellend ist und die neuerdings in Erscheinung tretenden „partikulären“ tendenziell nationalistischen Ansätze in Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika mit bedeutender Gefahr einhergehen. Die Konferenz bringt jüdische, christliche und muslimische Wissenschaftler zusammen, die moderne und traditionelle religiöse, philosophische, wissenschaftliche und rechtliche Quellen nutzen werden, um Lösungsansätze für die gegenwärtigen Spannungsverhältnisse in Recht, Religion und Kultur zu entwickeln. Während die Konferenz sich auf die Situation in Europa konzentriert, werden ausgewählte Beispiele aus den USA und Israel ebenfalls diskutiert. Der Themenfokus der Konferenz reiht sich damit in die Forschung und Lehre der Berliner Studien zum Jüdischen Recht in den vergangenen drei Jahren ein und bietet einen wichtigen Nährboden für die zukünftigen Fragen. Nachdem Prof. Blanchard bereits vergangenes Jahr den Fokus seines Bibelseminars an der Theologischen Fakultät auf Migration und die Wahrnehmung des Anderen im Pentateuch gelegt hatte, werden die Berliner Studien zum Jüdischen Recht diese Spezialisierung dieses Jahr weiter ausbauen. Das Seminar und die Vorlesung an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät wird sich mit Fragen der Immigration, Asyl und Einbürgerung im Biblischen, Talmudischen, mittelalterlichen und modernen jüdischen Recht beschäftigen. Die Angebote an der theologischen Fakultät fokussieren sich in den kommenden Semestern auf die Stellung „des Anderen“ sowohl im religiösen als auch ethischen Kontext. In allen Unterrichtsangeboten wird der vergleichende Ansatz mehr Raum einnehmen.

Projektleitung
Heger, Martin Prof. Dr. (Details) (Strafrecht / Strafprozessrecht europ.SP.recht, neu. Rechtsgesch.)
Blanchard, Tsvi Prof. Dr. Rabbi (Details) (Honorar- und außerplanm. Profess. / Privatdoz. / Lehrbeauftragte)

Weitere Projektbeteiligte
Wittmer, Sylvia LL.M. Nottingham LL.M. Nottingham (Konferenz: Fremde und Andere: die gegenwärtigen Herausforderungen von Identität und Migration)

Beteiligte Organisationseinheiten der HU

Mittelgeber
Sonstige Stiftungen

Laufzeit
Projektstart: 03/2017
Projektende: 08/2019

Forschungsfelder
Jüdisches Recht

Zuletzt aktualisiert 2020-01-06 um 17:24