Berufliche Weiterbildung in Volkshochschulen. Zugänge zum Lebenslangen Lernen

FRAGESTELLUNG Erwachsenenbildung/Weiterbildung (EB/WB) gestaltet für heterogene Zielgruppen diversifizierte Zugänge zum Lebenslangen Lernen in den Perspektiven Persönlichkeitsentwicklung, Selbstbestimmung, ökonomische Innovation, Beschäftigungsfähigkeit, soziale Integration sowie politische und kulturelle Teilhabe. Vor diesem Hintergrund stößt das Projekt für den Bereich der öffentlich geförderten individuellen beruflichen EB/WB die anstehende Bestandsaufnahme und Analyse des Wandels der Programmgestaltung an. In einem triangulativen Design werden mit Blick auf die Spezifik der Institution Volkshochschule (VHS) im Rahmen von Fallstudien folgende Aspekte erforscht: A) Struktur des Programmsegments Berufliche Weiterbildung: Wie gestaltet und entwickelt sich berufliche WB in VHS-Programmen? Wie lässt sich diese Struktur im Kontext der Diskussion zur beruflichen WB einordnen? Welchen Stellenwert hat das Programm als Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse und bildungskonzeptioneller Schwerpunktsetzungen in VHS? B) Besonderheiten in den Regionen: Kann von einer VHS-spezifischen Angebotsstruktur ausgegangen werden? Gibt es regionale Besonderheiten? Werden Angebote in vernetzten oder kooperativen Verbünden umgesetzt? C) Sicht der Adressat/inn/en und Teilnehmenden: Wie nehmen Adressat/inn/en die Struktur der beruflichen WB an VHS wahr und welchen (auch langfristigen) Nutzen erwarten sie? Welches regionale Profil beruflicher WB hat die VHS aus ihrer Sicht im Vergleich zu anderen Anbietern? Wie sieht die Teilnehmendenstruktur für unterschiedliche Angebotstypen aus? PROJEKTZIEL Das Projekt zielt auf eine differenzierte Beschäftigung mit und Sichtbarmachung von Programm- und Angebotsstrukturen individueller beruflicher Weiterbildung und auf eine Erschließung von pädagogischen Profilen, Handlungsanforderungen und -formen in diesem Bereich, von regionalen Besonderheiten sowie von Nachfrage, Beteiligungs- und die Nutzungsformen. Die Untersuchung konturiert dabei insgesamt auch die Aufgaben der VHS als größter Institution, die allgemeine (inkl. politischer und kultureller) und berufliche EB/WB im Zusammenhang und für alle anbietet und analysiert ihre Weiterbildungsprogramme als ein gesellschaftliches Angebot für lebenslanges Lernen im Erwachsenenalter. Das Basisdesign der Untersuchung beruht auf Fallstudien in vier VHS (NRW, Berlin und durch kontrastives Sampling erweitert um zwei weitere Regionen). Jede Fallstudie umfasst Programmanalysen an zwei Messzeitpunkten sowie ein vergleichendes Hinzuziehen der VHS-Statistik, Expert/inn/eninterviews, Gruppendiskussionen und Teilnehmendenbefragungen. Die Auswertung erfolgt in Anlehnung an die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring (1995). Auswertungsstrategien: A) Theorieentwickelnde und die Profile und regionalen Besonderheiten aufgreifende Typenbildung (Kluge 1999), mit dem Ziel, Bedingungen und Konstellationen beruflicher Weiterbildungsangebote und der Teilnahme daran aufzuzeigen (Einzelfallanalysen und eine fallübergreifende, vergleichende Analyse, Miles und Huberman 1994). B) Ein hypothesengenerierendes Vorgehen zu der Frage, wie die Struktur des Programmsegments individuelle berufliche Weiterbildung an VHS ausgerichtet und inhaltlich verortet sowie auf Nachfrage bezogen ist.

Projektleitung
Hippel, Aiga von Prof. Dr. (Details) (Erwachsenen- und Weiterbildung)
Gieseke, Wiltrud Prof. i. R. Dr. (Details) (Seniorprofessor(inn)en und Professor(inn)en im Ruhestand)
Stimm, Maria Dr. phil (Details) (Erwachsenen- und Weiterbildung)

Mittelgeber
Hans-Böckler-Stiftung

Laufzeit
Projektstart: 04/2018
Projektende: 03/2020

Forschungsbereiche
Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung

Forschungsfelder
Angebote und Anbieter, Bildungsplanung und Bildungsberatung, Institutionalisierung als Austauschprozess, Themen und Programme der Erwachsenenbildung, Zum Verhältnis von Erwachsenenbildung und Gesellschaft

Zuletzt aktualisiert 2018-28-05 um 09:49